Bei der Feier in der Turnhalle zeigten die Schüler unter anderem auch als Hip-Hop-Tänzer, welche Talente in ihnen stecken. Foto: Georg Linsenmann

Die Realschule Feuerbach ist als „Talent-Company“ ausgezeichnet worden und bekam eine entsprechende Ausstattung. Bei einer Feier zeigten Schüler ihr Können.

Feuerbach - Der Übergang von der Schule ins Berufsleben ist oft mit Hindernissen gespickt. Dem arbeitet die Realschule schon länger konzeptionell entgegen, wofür die Schule mit dem „Boris-Berufswahlsiegel“ der Landesstiftung ausgezeichnet wurde. Nun kommt ein weiterer Baustein hinzu: die „Talent Company“ der Strahlemann-Stiftung, die aus einem speziell ausgestatteten Fachraum für Berufsbildung besteht – und aus einem Netzwerk aus Firmen, die ausbilden. Die Realschule Feuerbachist die erste Schule in Stuttgart, die nun eine Talent Company hat, was in der Turnhalle gefeiert wurde.

„Talente, Talente!“ war das Motto der Veranstaltung, bei der die Schülerschaft mit ganz unterschiedlichen Beiträgen mehrfach begeisternde Talentproben gab. „Wir schaffen nachhaltig Chancen für Kinder und Jugendliche, um durch Bildung ihre Zukunft zu verbessern“, betonte Schulleiter Herwig Rust eingangs. Dass es dafür auch den Brückenschlag zum Berufsleben, direkt in die Wirtschaft braucht, ist die Leitidee der Strahlemann-Stiftung. „Alle haben eine Chance verdient, aber sie müssen sich diese Chance auch verdienen“, betonte Franz-Josef Fischer, Mittelständler und Mitbegründer der Stiftung.

Das ist auch das Credo von Uwe Hück, dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden und Vorstandsmitglied der Porsche AG. Hück, ein ausgewiesener Förderer gerade von Schülern, die zu scheitern drohen, hat die Schirmherrschaft übernommen. Und mit seinem sehr persönlich gefärbten, auf einer durchaus eckigen Biografie basierenden Vortrag hat Hück die Halle gerockt: „Ein Trikot schwitzt nicht von alleine. Man muss schon was machen! Aber wer was tut, für den tue ich alles“, betonte „der Looser aus dem Kinderheim“. Kinder bräuchten „Liebe und klar Ansagen“, die Wirtschaft müsse sich engagieren, „damit wir die Guten selber schaffen“, „helft den Schwachen, dann werden alle stark, auch ihr selbst“, waren weitere Merkpunkte. Und elektrisiert war die Halle, als er den Schülern zurief: „Ihr sollt das Beste aus euch machen. Ich will, dass ihr eure Talente pflegt. Und wenn ihr dann was braucht, dann könnt ihr euch auf mich verlassen.“

Raum fürs Talenteschürfen

Der Begeisterung, mit der der Start der Talent Company mehr als anderthalb Stunden lang gefeiert wurde, entsprach dann auch das Büffet vor dem neuen Raum: entwickeltes, kulinarisches Talent, denn alles war von den Schülerinnen der Koch-AG zubereitet worden und wurde nun mit viel Liebe und Geschmack serviert. Eher bescheiden wirkte daneben auf den ersten Blick das Herzstück der Talent Company, der neu gestaltete Raum fürs Talenteschürfen. Der aber hat es buchstäblich in sich. Vor allem mit einem Ensemble aus Computern: „Hier kann man herausfinden, was einen interessiert, wo man seine Stärken hat,“ sagt Sebastian und Corinna ergänzt: „Man kann sich testen und schauen, was zu den Noten passt. Es ist einfach alles da. Und wer noch gar keinen Plan hat, bekommt hier vielleicht die richtige Idee.“ Die beiden Zehntklässler haben schon einen Plan. Corinna peilt nach der Realschule das Abi an, will Lehrerin werden. Sebastian hat eine Lehrstelle bei Daimler, als Mechatroniker. Sie sind also orientiert in Sachen Beruf: „Aber so etwas hätten wir auch gerne gehabt“, sagt Corinna.

Schulleiter Herwig Rust weiß, was die Begeisterung der Schüler weckt: „Das ist ein hervorragend ausgestatteter Fachraum mit allem drum und dran. Mit dem Smartboard können wir ganz neue Materialien einsetzen, die Job Wall schlägt eine Brücke zur Wirtschaft, für Praktika und Lehrstellen. Der Raum ist Wertschätzung pur, auch für das neue Fach Berufsbildung. Wir nutzen ihn aber auch anderweitig. Die Talent Company ist ein Zugewinn für die Berufsorientierung und für die Schule insgesamt.“

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