Der Kabarettist Christoph Sonntag hält Susanne Eisenmann für einen „aufrichtigen Menschen“. Foto: Gottfried Stoppel

Einige Prominente aus Stuttgart und Region hätten sich einen anderen Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg gewünscht – vor allem für die CDU. Manche leiden mit Susanne Eisenmann, andere freuen sich über die Verluste bei der AfD.

Region Stuttgart - Nicht nur in Stuttgart, auch in den umliegenden Landkreisen dominieren die Grünen. Was sagen prominente Personen aus der Region zum Ergebnis der Wahl?

Der in Waiblingen geborene Kabarettist Christoph Sonntagempfindet es als ungerecht, dass Susanne Eisenmann mit dem „desaströsen“ Wahlergebnis der CDU allein nach Hause gehe. „Wer sie persönlich kennt, weiß, dass sie ein aufrichtiger Mensch ist und dem Land wirklich auch gedient hätte“, sagt er. „Sie hatte aber keine Chance gegen den starken Platzhirsch Winfried Kretschmann, der einfach das verkörpert, was die Baden-Württemberger wollen: Die Wälder sollen gesund bleiben, wir wollen aber mit dem Verbrenner da hin fahren dürfen. Und vor Ort einen asphaltierten Parkplatz vorfinden.“ Damit verkörpere Kretschmann die Dialektik des Philosophen Georg Friedrich Hegel: die Synthese zweier eigentlich unvereinbarlicher Dinge. Diese könne er dann „auch noch wunderbar gescheit formulieren“, sagt Christoph Sonntag. „Chapeau und Gratulation!“ Sehr gefreut habe ihn, dass sowohl die FDP als auch die SPD noch eigene Balken gekriegt hätten und nicht unter „Sonstige“ zu finden waren, so der Kabarettist.

„Nicht voll erfreut“

Volker Kugel, Direktor des Blühenden Barocks in Ludwigsburg und bekannt aus Fernsehsendungen und Youtubeformaten, ist wenig überrascht von den Ergebnissen. Als CDU-Mitglied sei er persönlich nicht „voll erfreut“. Positiv jedoch bewertet er, dass es keine Pattsituationen gebe, sondern „zwei blitzsaubere Alternativen“, eine bequemere und eine unbequemere: Entweder bleibe alles, „wie’s isch“, also bei einer Koalition von Grünen und CDU – oder aber Winfried Kretschmann müsse sich mit zwei neuen Partnern arrangieren: der SPD und der FDP. „Da muss man jetzt Klartext reden.“ Überrascht habe ihn, wie stark die FDP abgeschnitten habe – und gefreut, dass das rechte Spektrum „etwas begrenzt worden ist“.

Auch die beiden Intendanten der Esslinger Landesbühne, Marcus Grube und Friedrich Schirmer, haben am Sonntagabend die Hochrechnungen verfolgt. „Es ist großartig, dass der Landtag etwas weiblicher und jünger wird“, sagt Friedrich Schirmer. Sein Kollege Marcus Grube hält es für wesentlich, dass die Kulturpolitik im Blickfeld bleibe und Bekenntnisse umgesetzt würden.

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