Der Ludwigsburger OB Matthias Knecht hofft, Fahrverbote begrenzen zu können. Foto: factum//Andreas Weise

Mit Tempo 40 in der ganzen Stadt will der Ludwigsburger OB Matthias Knecht auf das VGH-Urteil zu Fahrverboten reagieren. Auch zur Rockfabrik in Ludwigsburg gibt es gute Neuigkeiten.

Ludwigsburg - Seit 100 Tagen ist Matthias Knecht im Amt. In der kurzen Phase seit dem 1. September ist allerhand passiert: Konfliktreiche Haushaltsberatungen, Verhandlungen zur Zukunft der Rockfabrik – und das Urteil des Verwaltungsgerichtshofes zu Fahrverboten. Obwohl diese nach dem Richterspruch so gut wie sicher sind und das Verkehrsministerium diese schon plant, will Knecht die „allerletzte Chance“ nutzen, die aus seiner Sicht in dem Urteil formuliert ist.

Daher plant der Oberbürgermeister, in ganz Ludwigsburg flächendeckend Tempo 40 einzuführen. „Da steckt noch erhebliches Potenzial in der Stadt“, sagt Knecht. Zumal sich dies schnell und kostengünstig umsetzen lässt, während Busspuren und ein neues Parkraummanagement Zeit kosten. Klar ist für Knecht: „Wir müssen möglichst schnell den Stichoxid-Wert auf unter 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft bekommen.“ Falls das für 2019 nicht gelingt oder in Sicht ist und Diesel-Fahrverbote kommen, hofft das Stadtoberhaupt auf eine maßvolle Ausweisung.

Wobei der OB wenig davon hält, nur einzelne Straßenzüge auszuweisen wie die Friedrichstraße – und der Verkehr dann in die Wohngebiete ausweicht: „Das wäre eine Katastrophe.“ Daher soll es dann lieber eine ganze Zone sein. Ob nur Diesel-4-Fahrzeuge oder auch Diesel-5-Autos betroffen wären, auch das ist offen. Und wie lange die Fahrverbote gelten.

Für Knecht ist daher klar, dass die Anstrengungen weiter intensiviert werden müssen. Wenn das Tempolimit im Zusammenhang mit dem Luftreinhalteplan verhängt wird, muss das Regierungspräsidium zustimmen. Dazu wird auch ein Beschluss des Gemeinderats benötigt. Darüber hinaus will Knecht auch mehr Tempo-30-Zonen ausweisen und einzelne Straßen mit Boulevard-Charakter gar auf 20 Stundenkilometer limitieren. Für die Schorndorfer Straße ist für 2020 eine Busspur geplant.

Perspektiven für die Rockfabrik

Und die Rockfabrik? Matthias Knecht vermeldet, dass eine erste Begehung des ehemaligen Pflaumenbaum-Gebäudes positiv verlaufen sei, die Macher der Kultdisco können sich dort interimsweise für ein Jahr ein „Rockcafé“ vorstellen. Am Donnerstag soll die Location auf dem ehemaligen DLW-Gelände in Bietigheim-Bissingen besichtigt werden, wo die „Rofa“ langfristig hinziehen könnte. Einen Versuch will Matthias Knecht darüber hinaus noch machen, mit dem bisherigen Vermieter Max Maier eine Verlängerung des Vertrages auszuhandeln, wenn eine konkrete neue Lösung in Sicht ist.

Dass die Discothek Rockfabrik dann nicht mehr wie seit 36 Jahren in Ludwigsburg steht, sondern in Bietigheim-Bissingen, hält Knecht für verschmerzbar: „Natürlich hätte ich so ein Kulturgut lieber in Ludwigsburg, aber besser es existiert zehn Kilometer entfernt weiter als dass es für immer ganz verschwindet.“

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