Am frühen Morgen schlugen die Ermittler zu (Symbolbild) Foto: Phillip Weingand/StZN

In mehreren Bundesländern haben Fahnder nach den Verfassern rechtsextremistischer E-Mails gesucht. Eine der Razzien fand in Fellbach statt – dort war dies nicht die erste derartige Aktion.

Fellbach - Auch in der Region Stuttgart hat es am Mittwoch eine Durchsuchung wegen rechtsextremistischer Drohmails gegeben. Ein Sprecher des bayrischen Landeskriminalamtes (LKA) bestätigte dies. Einen genauen Ort wollte er nicht nennen. Unserer Zeitung liegen jedoch Informationen vor, dass die Razzia in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) stattfand.

Am Morgen hatten Ermittler unter bayrischer Führung in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Bayern insgesamt sieben Objekte durchsucht. Dabei wurden sie unter anderem von Spezialeinsatzkräften unterstützt. Laut dem LKA-Sprecher wurden bei den Razzien keine Waffen oder Sprengstoffe gefunden. Statt dessen seien Mobiltelefone, Datenträger und Computer sichergestellt worden: „Es geht ja darum, die Urheberschaft von Drohmails zu beweisen“, so der Sprecher.

Die Drohmails gingen an Moscheen, Presseagenturen und Parteizentralen

Zwischen dem 8. und 23. Juli dieses Jahres waren insgesamt 23 Drohmails an Einrichtungen wie Ankerzentren, islamische Zentren, Moscheen, Parteizentralen und Presse- und Medienagenturen verschickt worden – unter anderem an zwei Moscheevereine in Mannheim und Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis). Gedroht wurde ihnen zum Beispiel mit Sprengstoffanschlägen. Laut dem LKA Bayern unterschrieben die Verfasser mit „Volksfront“, „Combat 18“ und „Blood and Honour (trotz Verbot sind wir nicht tot)“.

Die Razzia in Fellbach ist nicht die erste, die sich gegen Rechtsextremisten richtet: Erst im Januar hatten Fahnder bei einer Aktion gegen den rassistischen Geheimbund Ku-Klux-Klan dort ein Haus durchsucht. Ob es zur aktuellen Durchsuchung einen Zusammenhang gibt, ist unklar.

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