Beim Club um Superstar Lionel Messi gab es am Montag eine Razzia. Foto: dpa/Joan Monfort

Einsatz beim krisengebeutelten FC Barcelona: Die Polizei durchsucht Büroräume im Camp Nou - und nimmt laut Medien auch vier Funktionäre fest.

Barcelona - Im Stadion des spanischen Fußball-Topclubs FC Barcelona hat die Polizei Büroräume durchsucht - und damit „weltweit für Aufruhr gesorgt“, wie die Fachzeitung „AS“ schrieb. Der Club von Superstar Lionel Messi und Nationaltorwart Marc-André ter Stegen teilte am Montag mit, die Aktion stehe in Zusammenhang mit den Justizermittlungen zu mutmaßlich illegalen Aktivitäten des Clubs in den sozialen Netzwerken, der sogenannten „Barçagate“-Affäre. Dabei sollen im Camp Nou und auch in Privatwohnungen angeblich vier aktuelle und ehemalige Funktionäre des Clubs in Polizeigewahrsam genommen worden sein, berichteten spanische Medien.

In den Mitteilungen der Polizei und des Clubs zu den Durchsuchungen war von Festnahmen vorerst allerdings nicht die Rede. Die entsprechenden Berichte wurden aber auch nicht dementiert. Die Durchsuchungen begannen den Medien zufolge in den frühen Morgenstunden und waren am frühen Nachmittag noch im Gange. Man habe mit den Behörden in allem kooperiert, teilte der Verein mit.

Darum geht es

Clubfunktionäre werden beschuldigt, eine Verleumdungskampagne gegen Spieler und andere Personen initiiert zu haben, die sich kritisch über die damalige Vereinsführung um Präsident Josep Maria Bartomeu geäußert hatten. Zu den Opfern von „Barçagate“ sollen unter anderem Messi und Mannschaftskapitän Gerard Piqué, aber auch Messis Ehefrau Antonella Rocuzzo gehören. Der Skandal wurde im Februar 2020 vom Radiosender Cadena Ser enthüllt. Bei den Ermittlungen der Justiz werden unter anderem die Vorwürfe der „Korruption“ und der „unlauteren Verwaltung“ erhoben.

Bartomeu war Ende Oktober zurückgetreten, nachdem er den abwanderungswilligen Messi daran gehindert hatte, den Club ein knappes Jahr vor Ablauf seines Vertrages zu verlassen. Der neue Präsident wird am Sonntag gewählt. Die Abstimmung sollte am 24. Januar stattfinden, wurde aber wegen der Pandemie verschoben.

Auch sportlich läuft es nicht rund

Der frühere Clubchef Joan Laporta, der mit guten Chancen antritt, bezeichnete die Nachricht von der Polizeiaktion im Camp Nou als „schockierend“. Es gelte aber zunächst für alle die Unschuldsvermutung.

Die neue Entwicklung in der „Barçagate“-Affäre bringt zusätzliche Unruhe in den finanziell, sportlich und institutionell strauchelnden Club. In der Liga haben Messi & Co. bei einem Spiel mehr schon fünf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Atlético Madrid. In der Champions League und im Pokal steht der Club nach Hinspiel-Pleiten gegen PSG (1:4 daheim) und den FC Sevilla (0:2 auswärts/Rückspiel am Mittwoch) vor dem Aus.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: