Das Raumschiff SpaceShipTwo fliegt über die Mojave-Wüste (Archivfoto). Foto: dpa

Im Dezember 2018 absolvierte das bemannte Raumflugzeug VSS Unity des Weltraumunternehmens Virgin Galactic seinen ersten erfolgreichen Testflug. 2020 sollen die ersten zahlenden Weltraumtouristen mit ihm ins All fliegen.

New Mexiko - Das Weltraumunternehmen Virgin Galactic will im kommenden Jahr erstmals Touristen ins All bringen. Das sagte Unternehmenschef George Whitesides am Donnerstag am Rande der Vorstellung des neuen Virgin-Galactic-Kontrollzentrums in der Mojave-Wüste im US-Bundesstaat New Mexico. „Heute war ein großer Tag, die operative Bereitschaft des Weltraumbahnhofs zu verkünden.“ Das Unternehmen sei nunmehr „auf der Zielgeraden“, sagte Whitesides.

Virgin Galactic des britischen Milliardärs Richard Branson will zahlende Weltraumtouristen mit einer Mischung aus Rakete und Flugzeug ins All bringen. Die Touristen sollen mehrere Minuten im Weltraum verbringen und durch große Fenster die Erde von oben beobachten können, während sie Schwerelosigkeit erleben.

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Dezember 2018: Erster erfolgreicher Testflug der VSS Unity

Bisher konnte Virgin Galactic nach eigenen Angaben Reservierungen von mehr als 600 Menschen aus 60 Ländern verbuchen, darunter der Schauspieler Leonardo DiCaprio und der Popstar Justin Bieber. Ein 90-minütiger Flug soll rund 250 000 Dollar kosten.

Bei dem Projekt kam es aber immer wieder zu Verzögerungen. Ein schwerer Rückschlag war ein Unfall 2014, bei dem ein Co-Pilot ums Leben kam.

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Am 14. Dezember 2018 hatte ein bemanntes Raumflugzeug von Virgin Galactic erstmals das All erreicht und damit den privaten Raumfahrt-Tourismus einen Schritt näher gebracht. Die VSS Unity, ein Raumflugzeug vom Typ SpaceShipOne des Herstellers The Spaceship Company, erzielte bei dem Testflug am Donnerstag (13. Dezember) eine Höhe von 83 Kilometern, so hoch, dass die beiden Piloten die Schwerelosigkeit spüren und die Erdkrümmung sehen konnten. Ein zweiter Raumflug wurde dann im Februar erfolgreich durchgeführt.

Virgin-Piloten dürfen sich Astronauten nennen

Ein Trägerflugzeug hatte das Raumschiff zunächst in eine Höhe von 13 Kilometern gebracht und dann freigesetzt. VSS Unity, bemannt mit zwei Piloten, zündete daraufhin die Triebwerke und setzte die Reise Richtung Weltall fort. Nachdem das Raumschiff 83 Kilometer Höhe erreicht hatte, setzte es wieder zum Sinkflug an.

Virgin-Chef Richard Branson zeigte sich damals sichtlich bewegt und umarmte andere Zuschauer, die sich in der Wüste Kaliforniens zu dem etwa einstündigen Flug versammelt hatten. Nach der sicheren Landung des Raumflugzeugs kündigte er weitere Flüge in den kommenden Monaten an.

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Die Höhe von 83 Kilometern liegt über der Schwelle von 50 Meilen (80,5 Kilometer), die vom US-Militär und der Raumfahrtbehörde Nasa als Grenze zum Weltraum betrachtet wird. Die beiden Piloten dürfen sich damit nach den Vorgaben der US-Flugaufsicht FAA Astronauten nennen. International wird dagegen die gedachte Karman-Linie in Höhe von 100 Kilometern als Grenze betrachtet.

Weltraum-Pioniere Branson, Bezos und Musk

Richard Branson und der Amazon-Gründers Jeff Bezos gehören wie SpaceX des Tesla-Gründers Elon Musk zu einer Reihe von Unternehmen, die darum wetteifern, als erste zahlende Passagiere in den Weltraum zu befördern. Kritiker werfen Branson vor, seine Versprechen in den vergangenen Jahren nicht eingehalten zu haben.

Falcon-Heavy-Rakete absolviert ersten kommerziellen Flug

Am 12. April hatte die Schwerlastrakete Falcon Heavy des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX ihren ersten kommerziellen Flug erfolgreich absolviert. Sie brachte den saudi-arabischen, rund 6500 Kilogramm schweren Telekommunikationssatelliten Arabsat 6a auf eine Umlaufbahn in 36 000 Kilometern Entfernung zur Erde, wie das Unternehmen auf Twitter mitteilte.

Der Flug gilt als wichtiger Meilenstein im Wettbewerb um milliardenschwere Verträge des US-Militärs. SpaceX konkurriert mit der United Launch Alliance von Boeing und Lockheed sowie mit Blue Origin von Amazon-Chef Jeff Bezos.

Die Falcon Heavy ist die derzeit stärkste Trägerrakete der Welt. Die 69,2 Meter hohe Rakete wird mit RP-1, einem flüssigen Kohlenwasserstoffgemisch, angetrieben. Sie soll schwere Satelliten sowie das SpaceX Dragon-Raumschiff in die Erdumlaufbahn transportieren.

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