Dieses von Nasa/JPL-Caltech zur Verfügung gestellte Foto zeigt das gewölbte Wind- und Wärmeschild der Nasa-Sonde „InSight“. Die seit November auf dem Mars befindliche Sonde hat wahrscheinlich erstmals Geräusche eines Bebens auf dem Roten Planeten eingefangen. Foto: Nasa/JPL-Caltech/AP/dpa

Gibt es Erdbeben auf dem Mars? Die vor rund fünf Monaten auf dem Roten Planeten gelandete Nasa-Raumsonde „InSight“ könnte den Beweis für seismische Aktivitäten geliefert haben.

Los Angeles - Die seit November auf dem Mars befindliche Nasa-Sonde „InSight“ hat wahrscheinlich erstmals Geräusche eines Bebens auf dem Roten Planeten eingefangen. Das schwache Tonsignal sei am 6. April und damit am 128. Tag des Roboters auf dem Planeten aufgezeichnet worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde mit.

Das von dem seismischen Instrument der Sonde aufgenommene Zittern scheine eher aus dem Innern des Mars zu kommen als von Kräften auf seiner Oberfläche wie Wind zu stammen, hieß es weiter. Wissenschaftler sind der Nasa zufolge noch damit beschäftigt, die genaue Ursache des Signals zu erforschen.

Erdebenkunde auf dem Mars

Dennoch sprachen Experten bereits von einem Meilenstein, der die seismische Aktivität des Mars bestätige. „Wir haben bisher Hintergrundgeräusche gesammelt, doch dieses Ereignis markiert offiziell den Beginn eines neuen Forschungsfeldes: Der Erdbebenkunde des Mars!“, sagte „InSight“-Experte Bruce Banerdt.

„Wir haben seit Monaten auf ein Signal wie dieses gewartet“, ergänzte Philippe Lognonne, ein Erdbebenspezialist am französischen Physikinstitut Institut de Physique du Globe de Paris (IPGP). „Es ist so aufregend, endlich einen Beweis zu haben, dass der Mars immer noch seismisch aktiv ist.“

„InSight“ soll Inneres des Mars erforschen

Mit zahlreichen wissenschaftlichen Instrumenten soll „InSight“ (Abkürzung für: Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport) für mindestens zwei Jahre das Innere des Mars erforschen und dabei vor allem mehr über dessen Aufbau und die Dynamik unter seiner Oberfläche in Erfahrung bringen. Dabei soll „InSight“ die bislang umfangreichsten Erkenntnisse über das Innere des Mars liefern.

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Ausgestattet ist der Roboter dazu mit einem Bohrgerät – ein mechanischer Maulwurf aus deutscher Produktion –, der sich bis zu fünf Meter tief in den Boden graben kann. So sollen dort die innere Temperatur gemessen und mit einem Seismometer Erdbeben, Meteoriten-Einschläge und alle anderen Bewegungen gemessen werden, die den Mars erschüttern.

„InSight“ ist ein 360 Kilogramm schwerer Roboter, der nicht rollt, sondern an einem Ort bleibt. Im Dezember hatten zwei Sensoren der Sonde laut Nasa Geräusche von Winden auf dem Roten Planeten eingefangen. Die „InSight“-Mission kostet rund 650 Millionen Euro und war am 26. November 2018 auf dem Mars gelandet.

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