So stellt sich die Nasa die riesigen Luftschiffe vor, die in der Atmosphäre der Venus als mobile Station für Astronauten kreisen sollen. Foto: Wikipedia commons/Nasa

Die USA wollen die bemannte Raumfahrt wieder aufnehmen und haben die Venus im Visier. Doch wie könnte eine Odyssee zum Nachbarplaneten der Erde ablaufen?

Washington - Die US-Weltraumbehörde Nasa plant einen Flug zur Venus. Auf dem Planeten soll ein Außenposten errichtet werden. Die Raumfahrtagentur stellte kürzlich ihr Projekt „High Altitude Venus Operational Concept“ (Havoc) der Öffentlichkeit vor.

Der Plan ist Teil des amerikanischen Discovery-Weltraumprogramms. Er sieht vor, ein riesiges Luftschiff als mobile Station zu nutzen, von dem aus Astronauten die Venus erforschen können. Wann und ob das Projekt jemals Realität werden wird, steht allerdings in den Sternen.

Der Nachbarplanet der Erde

Die Venus zählt zu den vier erdähnlichen Planeten. Wie die Erde, der Mars und der Merkur ist sie ein Gesteinsplanet. Auf ihrer Umlaufbahn kommt sie der Erdbahn mit einem minimalen Abstand von 38 Millionen Kilometern am nächsten. Und mit einem Durchmesser von 12 100 Kilometern hat sie eine ähnliche Größe wie der blaue Planet.

Das war es aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Menschliches Leben ist auf der Venus nicht möglich. Mit einer Temperatur von rund 460 Gad Celsius kommt die Oberfläche des Himmelskörpers den Vorstellungen des Menschen von der Hölle sehr nahe. Der Luftdruck am Boden ist mit 92 Bar mehr als 90-mal so hoch wie auf der Erde. Die Atmosphäre besteht zu 96 Prozent aus Kohlendioxid.

Eine Reise von vier Monaten bis zur Venus

Da eine dichte Wolkendecke den Planeten einhüllt, kann man die Venus nicht mit Teleskopen erforschen. Seit den 1960er Jahren wurden einige Raumsonden zum inneren Nachbarplaneten der Erde im Sonnensystem gestartet.

Den sowjetischen Venera- und Vega- sowie die amerikanischen Mariner-, Magellan- und Messenger-Sonden gelang teilweise auch eine Landung. Allerdings gaben die Kameras und Messinstrumente schon nach weniger als zwei Stunden ihren Dienst auf.

Die Venus ist 38 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, der Mars dagegen 55 Millionen Kilometer. Der Weg hin und zurück wäre also 30 bis 50 Prozent kürzer als der zum roten Planeten. Im günstigsten Fall dauert eine Reise zur Venus zwischen 110 und 140 Tagen, zum Mars dagegen zwischen 450 und 490 Tagen.

Raumsonde zum Merkur

Erst am Samstag (27. Oktober) war die europäisch-japanische Raumsonde BepiColombo zum Merkur gestartet. Die Sonde, die zwei Satelliten trägt, soll ihr Ziel in sieben Jahren erreichen und unter anderem die Oberfläche und das Magnetfeld des sonnennächsten Planeten erkunden.

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