Im Dezember mussten Räume an der Pfalzgraf-Rudolf-Schule in Herrenberg wegen Ratten gesperrt werden. Bis Weihnachten herrschte Ausnahmezustand. Das Problem hat sich laut Stadtverwaltung nun erledigt.
Die Aufregung Anfang Dezember war groß. Nicht nur im Bahnhofsbereich hatte die Stadt Herrenberg ein größeres Rattenproblem, sondern ganz konkret an der Pfalzgraf-Rudolf-Grundschule. Das ganze Erdgeschoss musste gesperrt werden, um die Nager zu bekämpfen. Der Unterricht konnte bis zu den Weihnachtsferien nur in Schichten stattfinden. Doch die Rattenbekämpfung zeigt mittlerweile Erfolg, die Schule kann den Unterricht nach den Weihnachtsferien wieder ganz normal laufen lassen, wie die Herrenberger Stadtverwaltung am Dienstagnachmittag mitgeteilt hat.
Als an der Schule Rattenkot gefunden wurde, läuteten die Alarmglocken. Ende November waren zunächst wie vom Gesundheitsamt empfohlen fünf Klassenzimmer geschlossen worden, eine Woche später dann das gesamte Erdgeschoss. Bis zu den Weihnachtsferien lief der Unterricht in der Grundschule dann in zwei Schichten – in den ersten drei Schulstunden war die eine Hälfte der Schülerschaft da, danach die andere.
Gleichzeitig legte eine Spezialfirma Köderboxen in den betroffenen Räumen aus – offenbar mit Erfolg. „ Regelmäßige Kontrollen durch den Schädlingsbekämpfer in den vergangenen Wochen, zuletzt am 2. Januar, haben ergeben, dass keine Köder mehr durch Ratten angefressen waren“, berichtet die Stadtverwaltung. Also kann es wieder losgehen.
Gleich am Dienstagnachmittag ging die gute Nachricht der Schulleitung dann auch an die Eltern und Schüler raus: Der Unterricht findet ab Montag, 8. Januar, wieder nach Stundenplan statt. Alle Räume können dann ohne gesundheitliche Bedenken genutzt werden, so die Stadtverwaltung. Zusätzlich werde in dieser Woche noch eine hygienische Reinigung stattfinden, bei der alle betroffenen Bereiche desinfiziert werden.
Für den zweiten „Hotspot“ im Bereich um den Bahnhof hatte sich die Stadt Hilfe von der Firma Rockstroh aus Bad Rappenau geholt. Mit oberirdisch und unterirdisch platzierten Ködern sowie einer von Messgeräten und Computern unterstützten Echtzeitüberwachung versucht die Firma dort seit gut einem Monat, das Rattenaufkommen zu erfassen und in den Griff zu bekommen.
Alle zwei Wochen lesen Rockstroh-Mitarbeiter ihre Geräte aus, um Rückschlüsse auf die Intensität des Befalls ziehen zu können. Beim ersten Kontrolltermin Mitte Dezember zeigten die erfassten Daten nach wie vor ein vermehrtes Aufkommen rund um den Bahnhof.
Auch wenn die Ratten die Kanalisation laut Rockstroh-Fachberater Patrick Feyl als „Autobahn“ nutzen und sich auf diesem Wege durch das gesamte Herrenberger Stadtgebiet bewegen können, hat nach Einschätzung von Klaus Maisch, dem Leiter des Amts für Tiefbau und Entwässerung, die Rattenplage in der Bahnhofstraße nichts mit den Problemen in der Grundschule zu tun. „Das ist ein separates Thema“, sagt der Amtschef.