Von den Ratten wurden bislang nur Kötel gefunden (Symbolfoto). Foto: Ma/Radloff

Die Kita Spatzennest und das Jugendzentrum Hammerschlag in Schorndorf werden wegen Schädlingsbefalls vorübergehend geschlossen. Es gibt eine Notbetreuung. Jetzt ist ein Fachmann gefragt.

Die Türen am Hammerschlag 6 in Schorndorf bleiben vorerst zu. Der Grund: Es gibt dort offenkundig Ratten. „Bei einer gebäudetechnischen Überprüfung ist ein Rattenbefall in der Kindertagesstätte Spatzennest festgestellt worden“, sagt die Stadtsprecherin Claudia Lösler. Betroffen sei außerdem das Jugendzentrum (Juze) Hammerschlag.

 

Nachdem eine Ratte in der Kita gesichtet worden war, „hat am Montag sofort die Begehung stattgefunden, worauf die Institution umgehend geschlossen wurde“, sagt die Stadtsprecherin. „Da in den Gruppenräumen der Kita Spuren der Tiere gefunden wurden, müssen nun in allen Räumen entsprechende Maßnahmen vorgenommen werden, um die Ratten zu bekämpfen.“ Ebenso im Jugendzentrum Hammerschlag, das sich im gleichen Gebäude befindet. „Der Kammerjäger ist bereits vor Ort. Über die genaue Populationsgröße der Ratten können wir keine Angaben machen“, sagt Lösler. Unklar sei außerdem, wie lange die beiden Einrichtungen geschlossen bleiben müssen.

Notbetreuung der Kinder läuft

Immerhin gibt es für die Kinder der Kita Spatzennest mit ihren aktuell 15 Betreuungsplätzen eine Notbetreuung. Sieben Kinder seien diese Woche in der Kita Wirbelwind an der Augustenstraße 10 untergebracht. Vertreter der Stadtverwaltung arbeiteten mit den zuständigen Behörden wie dem Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) an einer Lösung, damit schnellstmöglich wieder alle Kinder betreut werden können. Auch für das Juze gibt es eine Notlösung: „Die Mitarbeiter des Jugendzentrums haben bereits Ausweichmöglichkeiten für ihre Jugendarbeit gefunden, sodass die Betreuung der Jugendlichen gesichert ist.“ Lediglich zwei geplante Veranstaltungen müssten abgesagt beziehungsweise eventuell in andere Räumlichkeiten verlegt werden.

Kein Profi-Kammerjäger bei der Stadt

Die Meldungen über Ratten hätten sich laut Lösler in Schorndorf auf einem ähnlichen Niveau wie in den vergangenen Jahren gehalten. „Bisher wurden die Meldungen gesammelt und dann eine Einzelbeauftragung an eine entsprechende Fachfirma erteilt“, beschreibt sie die übliche Vorgehensweise gegen die lästigen Nagetiere. In den eigenen Reihen der Schorndorfer Verwaltung gebe es keinen professionellen Schädlingsbekämpfer. Künftig würden über eine Dauerbeauftragung ganzjährig Köderboxen aufgestellt. „Die Örtlichkeiten richten sich dabei nach bekannten Stellen im Stadtgebiet sowie Meldungen aus der Bürgerschaft.“ Eine völlige Dezimierung des Rattenbestands sei durch die Fressköder jedoch nicht möglich.

Ein schlimmer Fall in Stuttgart

Vor zwei Jahren war es im Schorndorfer Stadtteil Haubersbronn zu vermehrtem Auftreten von Ratten gekommen. Einen besonders schlimmen Fall gab es in Stuttgart während des Lockdowns in einer Waldheim-Kita in Hedelfingen: Im Frühjahr 2020 hatten dort Ratten die Herrschaft in einem Altbau übernommen. Schädlingsbekämpfer wurden den Nagern nicht mehr Herr. Die Konsequenz: Abriss und Bau einer neuen Kita.