OB Gabriele Zull als geizige Schottin McZull in Mitten der Narren. Foto: Patricia Sigerist

Die Narren vom FCC erobern das Rathaus und die sparsame Schottin McZull gibt den Schlüssel ab.

Fellbach - Das Flehen der sparsamen Rathauschefin – stilecht als geizige Schottin McZull verkleidet – war vergeblich: „Nehmt mir bitte nichts weg!“, bat die Oberbürgermeisterin. „Wir nehmen nichts weg, wir nehmen das ganze Rathaus“, tröstete sie der Vorsitzende des Fellbacher Carneval Clubs, Michael Schubert. Die Konfetti-Kanonen feuerten auf das Publikum, und die Rathauschefin hatte noch eine Chance: Sie musste die Aufgaben lösen, die ihr der FCC stellte. Aber gegen Keltermäusle Meli I. und Oberbacchus Benny I. hatte die Rathauschefin schlechte Karten. „Ihr habt geübt“, versuchte Gabriele Zull sich zu rechtfertigen und unterstellte den Narren gar kleine Schummeleien mit den Memory-Karten, die zum zweiten Spiel gehörten. Dann musste die erste Dame der Stadtverwaltung auch noch ihre Fingerfertigkeit mit Buntpapier unter Beweis stellen: „Wenn ich was hasse, dann basteln“, sagte sie und scheiterte prompt am Reißen einer Papierschlange. „Letztes Jahr habe ich doch wenigstens einen Punkt gemacht, aber da hatte ich ja auch Geburtstag“, jammerte die Rathauschefin. Den einen Punkt schaffte sie auch am „Schmotzigen Dunschdig“, aber dass sie ihr Rathaus trotzdem übergeben musste, war klar. „Jetzt habt ihr das Vergnügen zu regieren und die Finanzen in den Griff zu kriegen“, zeigte sich Zull schadenfroh. „Wir müssen nicht sparen, unsere Finanzchefin hat die Moneten im Griff“, konterte FCC-Chef Michael Schubert. Am Aschermittwoch könne sie die Schlüssel wieder bekommen, stellte er in Aussicht.

Die Gardemädchen der Tanzgruppen des FCC schwangen ihre Beine

Die Weingeister des FCC, die Weidawölfe der 1. Fellbacher Narrenzunft, die Hexen der Fröbel-Schule und die im Lumpen-Look gekleideten Musiker der Stadtkapelle stürmten johlend das Rathaus. Die Zuschauer, deutlich weniger als im vergangenen Jahr, ließen sich nicht zweimal bitten und genossen Brezeln und Getränke, die von Rathausmitarbeitern in mit grünem Glücksklee beklebten T-Shirts verteilt wurden. Die Gardemädchen der Tanzgruppen des FCC schwangen ihre Beine, und der 2. Oberzunftmeister der Weidawölfe, Wolfgang Poft, bekam für seine Büttenrede johlenden Applaus. „Die Gro-Ko-Ko steht“, sagte er und meinte damit die große Konfetti-Koalition. Er stellte die Ideen der neu gegründeten FNP, der Fellbacher-Narren-Partei, vor: Wohnraum in Baumhäusern auf dem alten Freibadgelände und eine Nord-Ost-Tangente à la Soltys: ein Radweg übers Schmidener Feld. Das Waldschlössle müsse den Waldheimkindern zurückgegeben werden, forderte Poft und hatte eine Idee für den potenziellen Käufer und sein Höhenrestaurant: Hinauf in den Gewa-Tower damit! Dort könne man auf hohem Niveau kochen, erklärte er.

FCC-Chef Michael Schubert überreichte McZull, die den Rathaussaal am „Schmotzigen Dunschdig“ fast an Teilnehmer eines Kongresses vermietet hätte, einen Dauerkalender bis 2030: Pro Jahr ein Blatt mit dem Datum des Schmutzigen Donnerstags. Gerhard Bürkert gab den Herrn Hurlebaus, der aus dem Leben eines altgedienten Ehemanns berichtete, und Florian Ladenburger von der Stadtkapelle hatte den Schlager „Marmor, Stein und Eisen bricht“ zur neuen FCC-Hymne umgedichtet: „Marmor, Stein und Glomb goht he, aber net der FCC.“

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