Nach 18-monatiger Sanierungszeit sind die Mitglieder der Gemeindeverwaltung Altdorfs zurück an ihrem angestammten Platz. Auch wenn die Arbeiten teurer geworden sind als anfangs gedacht – die Verwaltungsspitze ist zufrieden mit dem Umbau des Rathauses.
Ein bisschen so, als wäre man nach längerer Zeit nach Hause gekommen – so fühlt sich die Verwaltungsspitze der Gemeinde Altdorf derzeit. Eineinhalb Jahre lang hatten die 19 Mitarbeitenden aus dem Rathaus in einem Wohnhaus mit umgebautem Stall gearbeitet. Seit Ende November ist die mehrere Millionen Euro teure Sanierung des denkmalgeschützten Verwaltungssitzes abgeschlossen und vieles ist bereits wieder an seinen angestammten Platz gebracht worden – aber noch nicht alles.
„Unter anderem den Keller und das Rollarchiv haben wir noch nicht eingeräumt“, sagt die Leiterin des Haupt-, Ordnungs- und Bauamts, Karin Grund. Auch einige neue Schränke müssten noch besorgt werden, weil sie durch die neue Dämmung im Gebäude nun etwas zu groß für die Büros seien. Zudem sei die neue digitale Schautafel noch nicht geliefert worden, auf der aktuelle Mitteilungen aus der Verwaltung sowie die Webseite der Gemeinde aufrufbar sein sollen. „Insgesamt ist alles besser gelaufen, als wir es uns vorgestellt hatten“, sagt Grund. Bürgermeister Erwin Heller (parteilos) ergänzt: „Wir hatten das Ziel, noch im Jahr 2024 wieder zurück im Rathaus zu sein, und wir haben es sogar noch vor der Adventszeit geschafft.“
Akten im Keller verschimmelt
Die Sanierung des Rathauses war aus verschiedenen Gründen nötig geworden. „An der Wetterseite hat es gezogen, der Boden war immer kalt“, nennt Heller einen davon. Zudem sei der Keller sowohl von den Wänden als auch vom Boden her feucht gewesen. „Das war so schlimm, dass wir einen Teil unseres Archiv, um die 100 Kartons, zur Aufbereitung bringen mussten“, fügt Grund hinzu. Die Dokumente, vor allem Protokolle aus den Gemeinderatssitzungen, hätten geschimmelt. „Zum Glück gab es dafür eine Bundesförderung, weil man solche Unterlagen lange aufbewahren muss.“ Im Januar sollen die Kartons und ihr schimmelfreier Inhalt wieder nach Altdorf zurückkehren.
Sanierung ist teurer geworden
Ebenso wie der nasse Keller waren auch andere Probleme erst mit Beginn der Sanierung offensichtlich geworden – daher gab es auch eine saftige Kostensteigerung von anfangs 3,4 Millionen Euro auf nun voraussichtlich knapp unter 4,5 Millionen Euro. Beispielsweise waren die Giebel nach außen gewandert und mussten abgefangen werden. Die Wände des Fachwerkbaus hatten an mehreren Stellen stark verrottete Balken und im Putz des Dachbodens, sagt Grund, habe es so große Lücken gegeben, dass man bis nach Hildrizhausen habe schauen können. Die Feuchtigkeit ist auch der Grund, warum es im Büro des Bürgermeisters nun eine Wandheizung gibt. „Die Wetterseite muss immer trocken bleiben“, sagt er.
Doch es ging bei der Sanierung nicht nur um die Behebung von Schäden, sondern auch um bessere Arbeitsbedingungen für die Verwaltung sowie um den Service für die Altdorferinnen und Altdorfer. So ist das Bürgerbüro nach dem Umbau einfacher zu erreichen – nämlich durch einen eigenen, ebenerdigen und barrierefreien Eingang. Auch einen Aufzug hat die Gemeinde einbauen lassen, um Hürden für Menschen mit Mobilitätseinschränkung abzubauen. Für die Mitarbeitenden gibt es nun überwiegend Einzelbüros – auch der ehemalige Sitzungsraum des Gemeinderats wurde in mehrere Büros umgewandelt. Das soll dem Datenschutz Rechnung tragen.
Insgesamt, da sind sich Heller und Grund einig, sei das Projekt Sanierung und Umbau ein Erfolg gewesen. Der Umzug zurück ins Rathaus sei innerhalb einer Woche soweit abgeschlossen gewesen, dass die Verwaltung wieder arbeitsfähig gewesen sei. „Das hat eigentlich perfekt geklappt“, sagt Grund. Jetzt geht es daran, sich einzurichten – als nächstes werden die Bilder aufgehängt.
Gemeinde lädt Öffentlichkeit ein
Als kleines Dankeschön für die vielen Fördergelder, die die Kommune erhalten hat, will die Verwaltung am Tag der Städtebauförderung – am Samstag, 10. Mai – einen Tag der offenen Tür veranstalten.