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Die kalte Jahreszeit beginnt und in den Häusern muss wieder kräftig geheizt werden. Bevor die große Heizperiode im Winter jedoch beginnt, sollte die Heizungsanlage kontrolliert werden, denn hier kann man kräftig sparen! Wir klären auf, warum.

In Stuttgart und Region wird es die nächsten Tage sehr kalt - aber drinnen soll es schön warm sein. Problem: Die fossilen Brennstoffe wie Heizöl sind so teuer wie nie. Auch die Nebenkosten, wie der Betriebsstrom der Heizung sind nicht zu unterschätzen.

Deshalb ist es an der Zeit Energiefresser zu identifizieren, genau hinzusehen und festzustellen, wo weitere Energie eingespart werden kann. Ein Sanierungsfahrplan kann hier helfen. Sie wollen sich bezüglich Ihrer Heizungsanlage beraten lassen und möchten gerne wissen, wo Einsparungspotentiale vorhanden sind und was gefördert wird? Die SWBB bietet einen Sanierungsfahrplan an.

Aufbau einer Heizungsanlage

Wie ist eine Heizungsanlage aufgebaut und wie funktioniert sie? Hier spricht man von einem Heizungskreislauf oder Heizsystem. Es besteht aus mehreren Elementen. Heizungsrohren, Heizkörpern und Steuerungsgeräten wie Zirkulations- und Umwälzpumpen. Die Strecke vom Heizkessel zu den Heizkörpern bezeichnet den Vorlauf.

Der Abschnitt von den Heizkörpern zurück zum Kessel nennt man Rücklauf. Durch den Brenner – angetrieben durch z.B. Heizöl oder Gas wird im Kessel das Wasser erwärmt.

Was ist eine Umwälzpumpe?

Eine Umwälzpumpe ist ein Steuerungselement der Heizung und wird auch Heizungspumpe genannt. Die Umwälzpumpe ist ein eher unscheinbares Bauteil des Heizsystems. Übersehen sollte man sie dennoch nicht, denn ältere Exemplare können echte Stromfresser sein.

Die Umwälzpumpe sorgt für den Kreislauf des Heizwassers und hält den kompletten Betrieb aufrecht. Als vergleichsweise kleines Bauteil der Heizungsanlage, spielt die Pumpe eine große Rolle im Heizungssystem.

Der Heizkessel ist für die Erwärmung des Wassers zuständig, die Pumpe drückt das warme Wasser in die Heizungsrohre zu den Heizkörpern. Zugleich führt sie das abgekühlte Wasser im Heizkreislauf wieder zurück zum Heizkessel, wo es erneut erhitzt wird. So kommt die Umwälzpumpe im Gebäude pro Jahr auf durchschnittlich zirka. 7.000 Betriebsstunden und ist rund um die Uhr im Einsatz.

Quelle: ASUE

Die Umwälzpumpe als Energiefresser

Es ist bewiesen. Mehr als 80 Prozent der Umwälzpumpen in deutschen Heizungskellern sind veraltet. Gerade viele ältere Umwälzpumpen sind überdimensioniert und funktionieren ungeregelt und arbeiten immer mit der gleichen Drehzahl. Das bedeutet: Sie passen sich in keiner Weise an dem wechselnden Wärmebedarf im Haus an und laufen im schlechtesten Fall immer und konstant unter hohem Einsatz.

Wenn die Heizungsanlage in der warmen Jahreszeit nicht auf den Sommerbetrieb umgestellt wird, arbeitet die Pumpe auch hier mit ihrer normalen Leistung. Das führt - bei den ca. 7.000 Betriebsstunden einer Umwälzpumpe pro Jahr - zu einem hohen Pumpenstromverbrauch, folglich zu hohen Nebenkosten.

Der Austausch dieser Pumpen durch hocheffiziente Pumpen kann mit einem Zuschuss von 30 Prozent der förderfähigen Ausgaben gefördert werden. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hält verschiedene Förderprogramme bereit, um ineffiziente Heizungsanlagen fit für die Zukunft zu machen. Dort finden Sie auch eine Liste aller Pumpen, die gefördert werden. (Zur Bafa-Webseite geht es hier - Beachten Sie, der Antrag muss vorher online registriert werden.)

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Vorteile von hoch modernen Pumpen

Etwas komfortablere Varianten sind Umwälzpumpen mit manuellen Einstell-Möglichkeiten, aber eine wirklich an den Wärmebedarf angepasste Leistung bietet erst die geregelte Umwälzpumpe.

Die Pumpenregelung „erkennt“, beispielsweise am wechselnden Druck im Rohrsystem oder an der Temperaturdifferenz zwischen der Vor- und Rücklauftemperatur im Heizungssystem, wie hoch der aktuelle Wärmebedarf in der jeweiligen Immobilie ist.

Beste Ergebnisse bietet die moderne Hocheffizienzpumpe mit einem speziellen Motor, der den Stromverbrauch weiter drosselt. Mit einem Wechsel zu einer hocheffizienten Umwälzpumpe lassen sich durchaus über 200 Euro Stromkosten pro Jahr einsparen. Aktuell sind nur noch hocheffiziente Umwälzpumpen zum Verkauf in Deutschland zugelassen.

Generell gilt: Wählen Sie keine Umwälzpumpe mit zu hoher Leistungsstärke. Angenommen, die Leistung einer Heizungspumpe würde zwischen 50 und 100 Watt variieren, aber das Haus könnte auch in kältesten Wintermonaten mit einer Pumpenleistung von maximal 40 Watt beheizt werden. Dann hätte die Heizungspumpe einen hohen Stromverbrauch, weil sie stets mit zu hoher Leistung laufen würde. In solch einem Fall sollte man Fachbetriebe kontaktieren, die einem eine leistungsschwächere Heizungspumpe mit geringerem Stromverbrauch einbauen - in Kombination mit einem hydraulischen Abgleich.

Die Website „Klima-sucht-Schutz“ gibt als optimale Pumpenleistung eine Zahl von einem bis zwei Watt pro Heizkörper an.

Alle Informationen zur Kampagne des Umweltbundesministerium gibt es hier

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