Rapper Kontra K – hier 2020 bei seinem Konzert in Stuttgart Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Der Berliner Rapper Kontra K bringt die Stuttgarter Schleyerhalle vor 15 000 Fans zum Beben: mit viel Adrenalin und Motivationsrap.

Der Berliner Gangster-Rapper Kontra K hat am Montagabend die Schleyer-halle zum Beben gebracht. Bei dem ausverkauften Konzert hat er vor rund 15 000 Fans eine der letzten Stationen seiner aktuellen Tour „Der Sonne entgegen“ gefeiert. Kontra K, der mit bürgerlichem Namen Maximilian Diehn heißt, fällt gerne mal als böser Bube auf. Zuletzt ermittelte die Berliner Staatsanwaltschaft wegen eines 100-Kilogramm- Cannabis-Deals gegen ihn. Der 35-jährige Rapper gilt als Junge von der Straße, der es trotzdem geschafft hat: „Erfolg ist kein Glück/Sondern nur das Ergebnis von Blut, Schweiß und Tränen/Das Leben zahlt alles mal zurück/Es kommt nur ganz darauf an, was du bist“ lautet der Refrain zu seinem Song „Erfolg ist kein Glück“ – Kontra K bietet Motivationsrap - wenn ich es schaffe, kannst du es auch.

 

„Stuttgart, wir sind eins“

Mit viel Adrenalin und Testosteron fegt er gute zwei Stunden über die Bühne, begleitet von seiner achtköpfigen Crew. Die Gitarren geben sich Schlagabtausche oder feuern Soli. Mehrfach betont der Rapper, wie ergriffen er sei, dass die Fans so sehr bei ihm seien – „Stuttgart, wir sind eins“, sagt er dann.

Der Schlachtruf lautet „Auuuu“, wie bei Wölfen

Dass Menschen in diesen Zeiten auf seine Konzerte kämen, sei nicht selbstverständlich. Nach etwa einer Stunde stellt er einmal mehr seine Athletik unter Beweis, indem er sich in der Hallenmitte auf eine Plattform ziehen lässt. Dort oben über den Fans performt er nun die nächsten Stücke. Oft in blutrotem, mal in violettem Licht erscheint die Halle vor der übergroßen Leinwand im Hintergrund. Die Nebelmaschine ist aufgedreht. Martialisch geht es zu bei Kontra K – der gemeinsame Schlachtruf lautet „Auuuuu“, wie bei Wölfen. Feuerfontänen sprühen in die Luft, und der Musiker geht förmlich auf im engen Kontakt zu seinem Publikum. „Habt ihr alle eine Knarre dabei?“, ruft er und fordert dazu auf, die Hand zur Pistole geformt in die Luft zu halten, um dann kurz darauf darum zu bitten, doch lieber ein Herz mit den Händen zu bilden. Schließlich wird noch eine Faust erbeten.

Gegen den Algorithmus feiern

Auch die Smartphones seien Waffen, sagt er, und die sollen alle mal in der Tasche lassen: gegen den Algorithmus feiern – der habe auch ihn nicht gemacht. „Mach kaputt, was dich kaputt macht“ wird gerappt und zwischendurch das Lied der Gummibärenbande gesungen, „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ läuft als Einspieler. Das ist keineswegs absurd – sondern echt und offizieller deutscher Gangster-Rap.