Das Schulgebäude auf dem Rappenbaum-Areal wird bald Geschichte sein. Foto: Stefanie Schlecht

Asbest und PCB – das Schulgebäude auf dem Rappenbaum-Areal zwischen Dagersheim und Darmsheim steht kurz vor dem Abbruch. Die zahlreichen Schadstoffe sind bereits entsorgt.

Nur noch das Skelett steht da: Die Schule auf dem Rappenbaum-Areal zwischen Dagersheim und Darmsheim ist bald Geschichte. Sämtliche Schadstoffe sind aus dem Gebäude entfernt – eine aufwendige Angelegenheit. Wie die Fläche in Zukunft genutzt werden soll, steht immer noch in den Sternen.

 

Rings um das entkernte Gebäude stehen Bagger, die bald in Aktion treten werden: Der tatsächliche Abbruch ist für die nächsten Tage geplant, erklärt Maximilian Deeg vom Stuttgarter Ingenieurbüro Klinger und Partner. Bereits 2012 schloss die Hauptschule auf dem Areal, bis 2017 wurde das Gebäude noch als Flüchtlingsunterkunft weitergenutzt. Dass die Schule abgerissen werden soll, beschloss der Zweckverband 2021. Dann folgte ein jahrelanges hin und her, Fördergelder wurden in den Sand gesetzt, der Verband stand kurz vor der Auflösung. Doch nun wird wieder geredet.

Schule war hoch belastet mit Schadstoffen

Bereits im vergangenen Mai hatten die Abbrucharbeiten begonnen, denn das Gebäude aus den siebziger Jahren war hoch belastet mit Schadstoffen: Asbest und PCB-belastete Fugen – alles musste fachgerecht entsorgt werden. Rund 600 000 Euro koste der Abbruch, rund die Hälfte davon würde für den Ausbau und Entsorgung der Schadstoffe verwendet werden. Monatelang wurden die Schadstoffe Stockwerk für Stockwerk entfernt. Auch weil ökologische Aspekte beim Abbruch beachtet werden mussten: Denn im Sommer hatten sich mit Vorliebe Fledermäuse in dem leer stehenden Gebäude eingenistet. Plan ist, dass die Abbrucharbeiten bis April fertig sind. „Wir liegen im Zeitplan“, sagt Maximilian Deeg.

Was wird der Zweckverband dieses Jahr entscheiden?

Was dann geschehen soll, das weiß noch niemand so ganz genau. Im Dezember hatte Sindelfingens Oberbürgermeister Kleemann noch eine viermonatige Frist gesetzt, in der eine Entscheidung zum Areal fallen müsse – sonst würde Sindelfingen eine Schule an einen anderen Standort bauen. Vor ein Ultimatum gestellt fühlt sich Böblingen deshalb aber nicht: „Uns ist auch daran gelegen, dass wir Klarheit schaffen“, sagt der Böblinger Pressesprecher Gianluca Biela auf einem Pressetermin auf der Baustelle des Sport- und Schulzentrums. Die Stadt Böblingen sei jederzeit zu Gesprächen bereit. Für die Pläne eines Schulbaus für die Sindelfinger sei die Böblinger Verwaltung ebenfalls offen.

Eine Sitzung zu dem Thema sei vom Zweckverband allerdings noch nicht anberaumt worden. Doch dies solle im ersten Halbjahr dieses Jahres noch erörtert werden, sagt Pressesprecher Biela. Denn auch über die Zukunft der Sporthalle und des Hallenbades muss der Zweckverband ja noch eine Entscheidung treffen: Abriss oder Generalsanierung? Für beide Städte, sowohl für Sindelfingen als auch für Böblingen, wäre es sehr schlecht, wenn ein Bad wegfallen würde, sagt Biela.