So sieht der Pausenhof der Rappachschule heute aus. Die neue Mensa soll im hinteren Bereich des Fotos rechts entstehen. Foto: Petra Mostbacher-Dix

Die Rappachschule bekommt eine neue Mensa und wird saniert. Einige Fragen sind offen.

Stuttgart-Weilimdorf - Die Vorzeichen stimmen. Mit dem Auslaufen der Werkrealschule (WRS) an der Rappachschule 2016 erfüllt die Grundschule in Weilimdorf längst die Flächenstandards einer Ganztagsschule. Indes, es braucht eine Mensa – derzeit wird in zwei Klassenzimmern gegessen. Deren Bau sowie eine Sanierung im Bestand für insgesamt 15,2 Millionen Euro standen daher auf der Tagesordnung der letzten Sitzung, die der Bezirksbeirat Weilimdorf in diesem Jahr abhielt. Für den Neubau auf 228 Quadratmetern Fläche – aus der Feder der Architekten Keller Daum Part GmbH – sind mehr als fünf Millionen Euro veranschlagt. Enthalten in diesen Kosten sind Ausstattung, Außenanlagen und rund 510 000 Euro Anteil für Heizung und Elektrohauptverteilung im Bestand.

Hintergrund: Für eine dreizügige Ganztagsschule schreiben das sogenannte Modellraumprogramm des Landes Baden-Württemberg und die städtischen Raumstandards eine Programmfläche von 1822 bis 2057 Quadratmetern vor. In der Rappachschule, im Stadtteil Giebel gelegen, stehen den 226 Schülerinnen und Schülern in elf Klassen 2357 Quadratmeter zur Verfügung. 205 dieser Schüler besuchten im aktuellen Jahrgang in zehn Klassen die Ganztagsgrundschule, so Yvonne Kohler vom Hochbauamt der Stadt Stuttgart. „Hinzu kommt eine Schulförderklasse. Ab dem kommenden Jahr sind die Klassen eins bis drei stabil dreizügig“. Und die „Entwicklungen der Altersjahrgänge“ sowie ein Zuwachs an Siedlungen ließen darauf schließen, dass künftig immer wieder sogar vier erste Klassen gebildet werden könnten.

Für maximal 336 Schülerinnen und Schülerinnen, die in zwei Schichten essen, sei die Mensa ausgelegt, erläuterte Julia Heyduk vom Schulverwaltungsamt. Sie ist als eingeschossiger singulärer Massivbau mit Holzsparrendach entworfen; zum Schulhof öffnet er sich mit viel Glas, Vordach und Windfang. Jalousien sollen vor Überhitzung schützen, ein Fachgutachten Vögel vor dem Schlag auf die Fenster. Abgewandt vom Hof sind Küche und Liefereingang geplant, während rundherum – passend zu den Bestandsgebäuden – der zweischaligen Außenwand Ziegel vorgesetzt werden sollen. Innen sind eine Wärmerückgewinnungsanlage sowie eine Fußboden-Niedertemperaturheizung vorgesehen; die Heizzentrale im Hauptbau liefert die Wärme. Letztere soll mit einer Pelletanlage und einem Gas-Brennwert-Spitzenlastkessel erneuert sein, bis die Mensa Mitte 2022 fertig ist. Start für das Sanierungsverfahren im Bestand, das auch alle Klassenzimmer auf den Stand der Digitalisierung bringen soll, ist auf Herbst 2020 datiert, das Ende auf Mitte 2025. Auf das gesamte Mensadach soll Fotovoltaik installiert werden in Form von Solarziegeln. Laut Heyduk unterschreitet der Neubau die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2014 in Sachen Primärenergiebedarf um 37,1 Prozent.

Grund für die Grünen im Bezirksbeirat nachzuhaken. Sie lobten zwar das Projekt, hatten aber Weilimdorfs Bezirksvorsteherin Ulrike Zich einen Fragenkatalog vorgelegt.

Da ging es etwa um einen ambitionierteren Energiestandard angesichts des Klimawandels, etwa nach der jüngsten EnEV. Zumal die, so beschloss das Bundeskabinett im Oktober, mit dem Erneuerbaren-Wärme-Gesetz und anderen Vorgaben für Neubauten im Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) zusammengeführt wird. Auch eine Fassadenbegrünung wurde angesprochen. Gemäß Entwurf sollen im Schulhof neue Bäume zur Entsiegelung des Bodens gepflanzt werden. Über alle Parteien hinweg wurde zudem diskutiert, ob die Mensa, wenn die Stadt schon so viel Geld in die Hand nimmt, für aushäusige Veranstaltungen, etwa von Vereinen, nutzbar sei. Und ob das Schulverwaltungsamt mit einem Caterer einen Vertrag abschließen könne, der auch Abendveranstaltungen beinhalte. Die Vertreterinnen der Stadt führten die Versammlungsstättenverordnung ins Feld, die bei Aushäusigen anders sei als bei Schulevents, wollten aber die Fragen nochmals klären und schriftlich beantworten – wie zuvor vom Bezirksbeirat mehrheitlich beschlossen.

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