Ralf Hofmann (li.), Gesellschafter und Geschäftsführer von MHP, im Gespräch mit dem Riesen-Vorsitzenden Alexander Reil (Mi.) und Uli Hoeneß bei einem Spiel der Ludwigsburger Basketballer gegen den FC Bayern. Foto: MHP Riesen

Das Beratungsunternehmen MHP unterstützt Vereine im Basketball, Handball und Fußball. Über die Beweggründe, die Meisterchancen der MHP Riesen Ludwigsburg, die Stuttgarter Kickers und den 1. FC Heidenheim spricht Chef Ralf Hofmann im Interview.

Stuttgart - Die MHP Riesen Ludwigsburg kämpfen in den Play-offs um die Deutsche Basketball-Meisterschaft. An diesem Donnerstag (18.30 Uhr/Sport 1) empfangen sie Brose Bamberg zum fünften und entscheidenden Spiel ihrer Viertelfinalserie. Ralf Hofmann, Gesellschafter und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens MHP, wird mitfiebern, wie mit allen Clubs, die sein Unternehmen unterstützt. Wo liegen für den 57-Jährigen die Gründe für das Engagement?

 

Herr Hofmann, gibt’s denn eine dicke Prämie von MHP, wenn die Ludwigsburger Basketballer deutscher Meister werden?

Nein, aber so weit sind wir ja auch noch nicht. Die Play-offs haben ihre eigenen Gesetze, wie man gesehen hat. Aber wir sind unglaublich stolz darauf, dass die Mannschaft nach der Hauptrunde Erster geworden ist, das ist sensationell. Aber wissen Sie, was mir in der Seele weh tut?

Wahrscheinlich, dass die MHP Riesen noch nicht deutscher Meister sind, weil der Modus ein anderer ist, als im Fußball oder Handball?

Das ist für uns in diesem Jahr zwar richtig schade, aber der Basketball lebt nun mal von diesem Modus, von dieser Spannung. Nein, mir tut es extrem leid, dass keine Zuschauer in der Halle sein dürfen. Was hätte da für eine gigantische Stimmung geherrscht.

Clubs arbeiten äußerst professionell

Wie bedauerlich ist das als Sponsor?

Das ist emotional für alle Beteiligten ein großes Problem. Für MHP als Hauptsponsor spielt das allerdings keine allzu große Rolle. Die Spiele kommen live im Fernsehen. Alle Vereine haben es geschafft, die Sponsoren äußerst professionell in Szene zu setzen. Von daher sind wir mit der reinen Präsenz zufrieden.

Zumal Ihr Unternehmen im Vereinsnamen und als Namensgeber der Arena auftaucht.

Ludwigsburg ist unser Hauptsitz. Da fühlen wir uns nicht nur wohl, unserem größten Standort fühlen wir uns auch sehr verbunden. Wir unterstützen den Verein seit 2012 – das ist unser längstes Engagement im Sportsponsoring, gefolgt vom Sponsoring für die Frauen- und Männerhandballteams der SG BBM Bietigheim, die auch immer wieder in unserer MHP-Arena spielen. Wir sehen uns grundsätzlich in der Verantwortung für die Region. So lange es uns gut geht, geben wir auch etwas zurück.

Den Riesen-Trainer John Patrick versuchen Sie immer wieder für Vorträge für Ihre Führungskräfte zu gewinnen.

John Patrick ist ein hervorragender Leader und für mich ein Phänomen. Wie er es Jahr für Jahr schafft, innerhalb kürzester Zeit eine neue Mannschaft zu formen und mit dieser dann kontinuierlich vorne mitzuspielen – davor ziehe ich den Hut. Ich würde ihn gerne viel, viel häufiger für solche Vorträge gewinnen, aber leider ist seine Zeit begrenzt.

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Wie viel Zeit geben Sie denn den Stuttgarter Kickers, die Sie seit 2015 unterstützen, um aus den Niederungen der Oberliga aufzusteigen?

Wir haben bei den Kickers in der dritten Liga angefangen und haben das Potenzial gesehen, in die zweite Liga aufzusteigen . . .

. . . was so nicht eingetroffen ist.

Und dennoch sind wir ein verlässlicher Partner und ziehen uns auch im Misserfolg nicht zurück. Zugegeben, wir leiden schon ein bisschen unter der Fünftklassigkeit, auf der anderen Seite sind die Kickers ein Traditionsverein, ein klangvoller Name und immer noch eine Marke mit einer unglaublich treuen Fangemeinde. Das bewundere ich.

Bundesweite Präsenz haben Sie künftig als Hauptsponsor des Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim. War das der Hauptgrund für dieses Engagement?

Wir als MHP haben uns zwischen 2015 und 2021 verdreifacht. Jetzt in die Zweite Fußball-Bundesliga zu gehen, ist der logische Schritt unserer Weiterentwicklung. Die Schlagzahl, mit der man in den Medien vertreten ist, ist bei allen Streuverlusten nun mal in keinem anderen Sport auch nur annähernd so groß wie im Fußball. Hinzu kommt die Nähe zur Uni-Stadt Ulm – und eine schöne Parallele, die Heidenheim und uns verbindet.

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Welche?

Wir haben vor 25 Jahren mit fünf Mitarbeitern angefangen, und die Heidenheimer spielten damals noch in der Landesliga. Wir haben eine gewisse Erfolgsgeschichte und Kontinuität – und die Heidenheimer genauso, vergleichbar allenfalls mit dem SC Freiburg.

Ist die erste Liga eine Nummer zu groß?

Wir haben uns jetzt für Heidenheim entschieden. Wenn das Team aufsteigen sollte, wäre das für uns ein Grund zur Freude.

Teamviewer mit Sitz in Göppingen unterstützt die Frisch-Auf-Handballer, Manchester United und Mercedes in der Formel 1. Ist die IT-Branche der große Gewinner der Pandemie?

In Verbindung mit der Pandemie von Gewinnern zu sprechen, finde ich per sehr schwierig. Aber ja, die Corona-Pandemie ist ein maximaler Digitalisierungsschub. So viel steht fest.

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Aufgrund des Engagements von Teamviewer änderte sich die Grundfarbe des Heimtrikots der Frisch-Auf-Handballer vom traditionellen Grün auf Blau. Wäre so etwas für Sie vorstellbar?

Ehrlich gesagt nein. Unsere Farbe ist Blau, aber die MHP-Arena hat rote Sitze, die Riesen-Mannschaft spielt in Gelb und Schwarz. Und das ist auch gut so. Wir sind Teamplayer und uns der Sonderrolle des Sportsponsorings bewusst. Hier spielt einfach die Identifikation und die Emotionalität der Fans eine wahnsinnig große Rolle. Das muss man für seine Marke nutzen.

Vervollständigen Sie bitte folgenden Satz: Wenn die MHP Riesen Ludwigsburg deutscher Meister werden, werde ich . . .

. . . den Moment genießen und Ihnen gerne wieder ein Interview geben.

Zur Person

Berufliches Ralf Hofmann ist Gesellschafter und Geschäftsführer der MHP Management- und IT-Beratung GmbH, eines der führenden Beratungsunternehmen in den Bereichen Automotive, Mobilität und Manufacturing. Der gebürtige Heilbronner (Jahrgang 1963) gründete die Firma 1996 mit, mit ganzem Namen heißt sie Mieschke Hofmann und Partner.

Privates Ralf Hofmann hat zwei Söhne. Sein Hobbys sind neben dem Motorradfahren die Berge – im Sommer und im Winter (Wandern, Moutainbiken, Skitouren)