Ex-Handballspieler Ralf Burkhart hat 1100 Trikots in seinem Sammelzimmer. In unserer Bildergalerie finden Sie ein paar Schmuckstücke aus seiner Sammlung. Foto: Pressefoto Baumann

Blitzsauber aufgereiht hängen sie Stück für Stück in einem kleinen Museum – lauter Kostbarkeiten, vom VfB Stuttgart bis hin zur brasilianischen Nationalmannschaft. Bald soll auch die Öffentlichkeit die Trikot-Sammlung bestaunen können.

Neckarhausen - Was seine Frau dazu sagt? Ralf Burkhart (39) macht ein verschmitztes Gesicht und antwortet: „Sie hat mich ja schon mit diesem Spleen kennengelernt.“ Weil der Trikot-Rausch des früheren Handballprofis (u. a. Frisch Auf Göppingen, TV Großwallstadt) so gar keiner Ernüchterung weichen wollte, keimte in seiner Yvonne der schwäbische Ordnungssinn. „Die Shirts sind viel zu schade, um im Keller zu verschimmeln“, befand die Polizistin. Der Tochter verhalfen die Pläne zu einem chic ausgebauten Dachstudio. Ihr ehemaliges Kinderzimmer stieg auf zum Museum.

„Mein begehbarer Kleiderschrank“, sagt Ralf Burkhart erwartungsfroh und öffnet die Tür. Ganz gleich, wer bisher das Vergnügen hatte, seine textilen Schätze bewundern zu dürfen. Die Gesichter der Besucher verraten immer das Gleiche: ehrfürchtiges Staunen.

Ob er ein Trikot von Diego Maradona hat? „Na, klar“, sagt Ralf Burkhart und greift nach dem blau-weiß gestreiften Shirt, das so klein wirkt, als sei es beim Waschen eingelaufen. Und eines von Franz Beckenbauer, von Gerd Müller, Hansi Müller, Jürgen Klinsmann? „Logisch!“, antwortet er mit gespannter Brust. Da gibt es doch dieses gelbe Leibchen, das die VfB-Spieler nur ein einziges Mal trugen: 1963, im ersten Spiel der neu gegründeten Bundesliga. Er deutet triumphierend auf den Kleiderständer an der Wand: „Da!“

760 Trikots vom VfB Stuttgart besitzt der Polizist aus Neckarhausen inzwischen, und weil ihm nur noch 14 fehlen, um alle zu haben, die der VfB in der Bundesliga je getragen hat, forscht er weiter. Über mangelnde Unterstützung will er sich nicht beklagen. Ex-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder war schon da, VfB-Finanzvorstand Uli Ruf bewunderte die Sammlung, VfB-Coach Thomas Schneider nahm sich die Zeit, Ex-Profis wie Charly Handschuh, Hermann Ohlicher, Karl Allgöwer, Günther Schäfer oder Guido Buchwald brachten ihre Schätze vorbei.

„Der rote Brustring“, sagt Ralf Burkhart, „war für mich schon als kleiner Junge was Besonderes.“ Er wuchs in Gingen an der Fils auf. Weil der Bruder seines besten Freundes ein Kumpel von Ralf Allgöwer war, machte er seine erste Beute – vom Wasen-Karle und von Klinsi. Der Grundstock seiner Sammlung. Am 19. Juli 2014 soll sie zum ersten Mal an die Öffentlichkeit – im Rahmen des Jahresfestes vom TB Neckarhausen. Geplant ist ein Promi-Spiel mit alten Helden. „Denn jedes Trikot hat seine Geschichte“, sagt Ralf Burkhart.

Stoff, aus dem die Träume sind.

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