Unbekannte haben versucht, den Bankautomaten einer Kreissparkassen-Filiale in Leinfelden-Echterdingen zu knacken. Es ist nicht das erste Mal, dass es einen Geldautomaten auf den Fildern trifft.
Stetten - Zwei Unbekannte haben am Dienstag versucht, Geld aus einem Bankautomaten in der Filiale der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen an der Poststraße im Leinfelden-Echterdinger Stadtteil Stetten zu erbeuten.
Wie die Polizei mitteilt, hat sich die Tat gegen 2.45 Uhr im Vorraum der Bankfiliale ereignet. Der Bankautomat weise Beschädigungen auf. „Eine Automatensprengung hat nicht stattgefunden“, sagt eine Polizeisprecherin. Über das genaue Vorgehen der Täter will sie sonst nichts sagen: „Das gehört zum Täterwissen.“
Ein Anwohner habe zwei Männer beobachtet, die sich an dem Automaten zu schaffen machten, und die Polizei alarmiert. Weil ihnen das Öffnen des Automaten misslungen sei, hätten die beiden schließlich in unbekannter Richtung die Flucht ergriffen. In strategischer Hinsicht liegt die Kreissparkassenfiliale für Bankautomatenknacker günstig: Mit dem Auto gibt es durch die Nähe zur B 27 und zur A 8 zahlreiche Möglichkeiten zur Flucht. „Wir wissen über die Tat nicht mehr als die Polizei“, sagt Martin Tureschek, ein Sprecher der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen. Glücklicherweise, ergänzt er, sei niemand verletzt worden, und die Täter hätten kein Geld erbeutet. Zur Höhe des Sachschadens ermittle noch die Kriminalpolizei. Ein Techniker müsse den Automaten begutachten, aber es habe den Anschein, als ob der Schaden gering sei.
Spurensicherung hat Arbeit abgeschlossen
Auch der Kundenverkehr, sagt Tureschek, sei nicht beeinträchtigt worden: „Dienstags ist unsere Stettener Außenstelle regulär geschlossen. Nachdem nun die Spurensicherung ihre Arbeit beendet hat, können wir sie zu den üblichen Öffnungszeiten öffnen und Bargeld am Schalter auszahlen.“ Wer in der näheren Umgebung rund um die Uhr an Automaten der Kreissparkasse Geld abheben wolle, könne dies in Plattenhardt oder in Echterdingen.
Dem Zeugen, der den Vorfall beobachtet hatte, zollt der Banksprecher Anerkennung: „Wir sind dem aufmerksamen Anwohner sehr dankbar dafür, dass er sofort die Polizei alarmiert hat.“ Nach Polizeiangaben ist die Fahndung nach den Tätern mit zahlreichen Streifenwagen und einem Polizeihubschrauber bisher ohne Erfolg geblieben. Noch in der Nacht hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Zur Spurensicherung kamen Kriminaltechniker vor Ort. Den Sachschaden kann die Polizei noch nicht beziffern.
Geldautomat der Commerzbank betroffen
Der Vorfall in Stetten ist kein Einzelfall in Leinfelden-Echterdingen. Anfang Januar 2020 haben Automatenbomber nachts den Geldautomaten der Echterdinger Commerzbankfiliale an der Hauptstraße gesprengt und dabei den Vorraum verwüstet. Danach flohen sie mit ihrer Beute in einem dunklen Kleinwagen Richtung B 27 oder A 8. Und am frühen Morgen des 7. Dezember 2017 hatten Automatenbomber im Vorraum einer Bankfiliale an der Oberaicher Häuserwiesenstraße einen Geldautomaten gesprengt, ausgeplündert und durch die Explosion den Vorraum stark beschädigt. Laut Zeugen flüchteten die Täter auf einem Motorroller in Richtung des Stadtteils Musberg oder nach Stuttgart-Rohr.
Kriminalpolizei sucht Zeugen
Zum jüngsten Vorfall in Stetten am Dienstag, 16. März 2021, nimmt die Kriminalpolizei Hinweise zu Personen oder möglichen Fluchtfahrzeugen unter der Telefonnummer 0711/39 90-0 entgegen. Die gesuchten Personen werden als schlank mit sportlicher Statur beschrieben. Sie trugen dunkle Kleidung und hatten schwarze Taschen dabei.
Wenn der ganze Geldautomat die Beute ist
Statistik: Im Jahr 2019 sind nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (6. Oktober 2020) insgesamt 549 physische Angriffe auf Geldautomaten verübt worden. In 349 Fällen mittels Sprengung, in den restlichen 200 Fällen mit Werkzeugen. Die Täter erbeuteten damit im Jahr 2019 mehr als 15 Millionen Euro. Nur in 40 Prozent der Fälle gelingt es den Tätern, ans Geld zu kommen.
Vorsorge: Die Schäden durch die Beute, aber auch die Sach- und Gebäudeschäden werden von Versicherungen getragen. Banken haben verschiedene Möglichkeiten, sich gegen Angriffe zu wappnen. Öffentlich darüber sprechen wollen die wenigsten. Zu den Vorsorgemaßnahmen gehören Einbruchmeldeanlagen, Videoüberwachung, gute Beleuchtung und Blicksicherung von außen. Zudem gibt es Matten, die bei einer Sprengung die Explosionskraft reduzieren. Im besten Fall bleibt die Tresortür dann zu.