An der Poppenweiler Schleuse wurde das Boot kieloben im Wasser treibend gefunden. Foto: factum/Archiv

Die Gerüchteküche brodelte, als am Dienstag in Poppenweiler Wasserschutzpolizei, DLRG und Polizeihubschrauber im Einsatz waren. Es gab aber keine Unglücksopfer.

Ludwigsburg - Die Suche nach vermeintlich bis zu fünf verunglückten Personen hat am Dienstag in Poppenweiler die Gerüchteküche brodeln lassen. Wasserschutzpolizei , Deutsche Lebensrettungsgesellschaft und Polizeihubschrauber haben in einer Aktion, die der Öffentlichkeit nicht verborgen bleiben konnte, großflächig den Neckar abgesucht.

Gegen Mittag war in der Stauhaltung der Poppenweiler Schleuse ein orangefarbenes herrenloses Schlauchboot gesichtet worden, das kieloben im Wasser trieb. Sofort begann die Suche nach eventuell über Bord gegangenen Besatzungsmitgliedern. „Der Gedanke an einen Unglücksfall liegt bei so einem Fund ja nahe“, sagte ein Polizeisprecher. Die Rettungskräfte suchten neckarauf- und -abwärts und überflogen den Fluss weiträumig, fanden aber niemanden. „Es wurde auch niemand vermisst gemeldet“, merkte der Pressesprecher an.

Gesucht wird: ein Dieb

Der Besitzer, den die Polizei über das Bootskennzeichen ausfindig machte, gab an, er habe sein Boot zuletzt am Flussufer seines Gartengrundstücks befestigt gehabt, das in Remseck-Neckargröningen liegt. Dass das Boot verschwunden sei, habe er am Sonntag bemerkt, den Diebstahl aber nicht gleich angezeigt.

Wer auch immer es losgemacht hat, stahl – Stand jetzt– den Außenbordmotor. Zwar können Bootsbesitzer die Motoren mit einer Individualkennzeichnung versehen lassen, tun es aber oft nicht, so der Polizeisprecher. Die Wasserschutzpolizei fahndet nun nicht mehr nach möglichen Verunglückten, sondern nach dem Dieb. Zeugen, die das Schlauchboot mit Stuttgarter Kennzeichen seit Sonntag auf dem Neckar gesehen haben, können sich melden unter der Nummer 07 11 /21 80 50 10.

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