Jetzt ist guter Rat teuer: Christian Schell (links) und Nicolas Coleman sollten jetzt an Werkzeug kommen, doch der Kasten ist mit einem Zahlenschloss gesichert. Foto: Michael Steinert

Für Fans des Nervenkitzels bietet ein neuer Escape-Room größtes Vergnügen

Göppingen - Die Türe schließt sich. Die Szenerie ist gruselig. In der dunklen Kammer leuchtet nur ein Taschenlämpchen, lose Kabel hängen aus einem Kasten. Mit einem Seitenblick erhascht man den Schädel eines Außerirdischen. Von jetzt an tickt die Uhr. 60 Minuten bleiben, um aus dem verlassenen Kraftwerksraum „Area 51“ – benannt nach jenem geheimen Gebiet, in dem in den USA Außerirdische gelandet sein sollen – wieder hinauszukommen. Das gelingt nur dem, der ruhiges Blut und einen kühlen Kopf bewahrt und in Teamarbeit viele Rätsel zu lösen weiß.

 

Die Göppinger Lasertech-Arena auf dem ehemaligen Südmilchgelände an der Heininger Straße hat eine neue Attraktion: Der Escape-Room erfordert vor allem Denksport, während Lasertech, eine Art Schießspiel in Neon-Disco-Atmosphäre, eher Action bietet. Die Aufgabe ist simpel: Man hat 60 Minuten Zeit, um sich aus einem verriegelten Raum zu befreien. Dafür muss man etliche Aufgaben bewältigen und Rätsel lösen. So befinden sich in dem Raum unter anderem einige mit Zahlenschlössern gesicherte Behälter oder Schränke. Um diese zu knacken, müssen die Zahlenkombinationen aufgespürt werden, die irgendwo im Raum verborgen sind. Die Reihenfolge spielt auch eine Rolle. Wohl dem, der sich dabei auf seine Mitspieler verlassen kann.

Ein Aufpasser wacht über die Spieler

„Alleine hat man keine Chance. Es funktioniert eigentlich nur, wenn man mindestens zu dritt ist“, verrät Christian Schell, einer der drei Betreiber der Lasertech-Arena. Den genauen Lösungsweg aber kennt er selbst noch nicht, weil er die Anlage mit seinen Mitarbeitern erst noch testen will. Nur sein Mitarbeiter Nicolas Coleman kennt alle Geheimnisse, die der Raum birgt. Zum Glück. Denn wenn sich jemand in den Escape-Room begibt, sollte zumindest ein Aufpasser dabei sein.

„Falls jemand Angst bekommt oder sich in eine ausweglose Situation begibt, können wir helfen“, erklärt Coleman. Der Raum ist mit Kameras gespickt und verfügt über Lautsprecher und Mikrofone sowie einen Notfallknopf. „Einer von uns sitzt immer am Kontrollbildschirm und kann jederzeit eingreifen oder Hilfestellungen geben“, erläutert er. Und zur Not kann er nach Ablauf der Spielzeit die Türe öffnen.

Echt spielen macht mehr Spaß als am Computer

Escape-Rooms gibt es bereits einige in der Region. Sie haben je nach Szenerie und Ausstattung verschiedene Schwierigkeitsstufen. Der Göppinger Raum, den eine Spezialfirma eingerichtet hat, misst 35 Quadratmeter und hat ein Level von 85 Prozent. „Das ist schon sehr kniffelig, aber machbar“, betont Schell. Das Spiel ist im Prinzip Strategie-Computerspielen nachempfunden. „Es ist aber etwas ganz anderes, so etwas real zu spielen“, betont Schell. Auch weil die reale Spielsituation dem Teilnehmer viel mehr Möglichkeiten zu agieren biete als eine Computersimulation.

„Es eignet sich, ähnlich wie Lasertech, auch super zur Teambildung. Wir haben schon jetzt einige Anfragen von Firmen oder Sportmannschaften“, berichtet er. Eine Altersbeschränkung für den Escape-Room gibt es übrigens nicht. Angesichts der Schwierigkeit und der unheimlichen Aufmachung empfiehlt Schell das Freizeitvergnügen allerdings erst ab einem Alter von zwölf Jahren. Auch zur Lasertech-Arena lässt Göppingen, anders als andere Einrichtungen dieser Art, nur Spieler ab 14 Jahren zu. Dennoch ist die Freizeiteinrichtung sehr beliebt. Rund 500 Besucher pro Woche nutzen sie. Zum Ein-Jahr-Jubiläum am kommenden Sonntag bietet die Lasertech-Arena nicht nur geladenen Gästen aus der Tourismusbranche und der großen Zahl von Stammgästen, sondern allen Besuchern von 16 bis 21 Uhr vergünstigte Preise und jede Menge Extraspaß.