Künftig sollen auf beiden Seiten der Ortsdurchfahrt Radweg und Radschutzstreifen durchgängig verlaufen.Foto: H. Schmidt Foto:  

Gemeinde Altdorf beschließt durchgängige Radverbindung beiderseits der Ortsdurchfahrt – bis November 2023 soll alles fertig sein.

Bereits seit geraumer Zeit ist klar, dass bei der Altdorfer Ortsdurchfahrt für die Radler etwas passieren muss. Eine Verkehrsschau war bereits vor mehr als drei Jahren zu dem Ergebnis gekommen, dass die nur einseitig geführten Radwege künftig nicht mehr zulässig sein würden. Grund ist die erhöhte Unfallgefahr, vor allem im Begegnungsverkehr. Der geplante Ausbau wurde dann vor gut einem Jahr in das Programm des Regierungspräsidiums aufgenommen, was eine Förderung von knapp 1,3 Millionen Euro oder sogar mehr bedeutet – damit wäre der Löwenanteil der veranschlagten 1,7 Millionen Euro abgedeckt.

 

„Das ist so viel Förderung wie noch nie, wir sollten die Chance ergreifen!“, riet Bürgermeister Erwin Heller in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. „An dem Radweg machen wir schon lange rum, wir sind in der Pflicht.“ Mit seinem Appell stieß Heller auf offene Ohren. Das Gremium beschloss, auf der ganzen Ortsdurchfahrt entlang der Holzgerlinger und Hildrizhauser Straße beidseitig und durchgängig Radwege und Radschutzstreifen anzulegen. Gleichzeitig sollen Leerrohre verlegt werden.

Altdorf steht unter Zeitdruck wegen der Fördergelder

Die Krux: Bis 2024/25 müssen der nördliche Radweg und der südliche Radschutzstreifen, der auf der Straße verläuft, vollständig realisiert sein, damit auch wirklich Geld von Land fließt. Genau daran entzündete sich angesichts weiterer teurer Baumaßnahmen die Diskussion. Denn zuvor hatte der Gemeinderat ebenfalls beschlossen, die Sanierung des in die Jahre gekommenen Rathauses weiterzuverfolgen. Kostenpunkt hier: mindestens 1,5 Millionen Euro.

„Die Geschichte ist alternativlos“, erklärte Werner Maucher von der Initiative Modernes Altdorf. „Wir sollten das Ding packen“, bekräftigte Wolfgang Henne von der Bürgerlichen Wählervereinigung. Fraktionskollege Arnd Rehn aber hätte trotzdem gerne noch über eine Priorisierung der einen Maßnahme gegenüber der anderen gesprochen. „Nicht alles auf einmal stemmen“, meinte auch Thomas Berner vom Altdorfer Forum (AF). Zumal Bürgermeister Heller parallel zum Radwegbau die anstehende Erneuerung des Abwasserkanals Erlachdole aufs Tapet brachte, um die Holzgerlinger Straße an dieser Stelle nicht zweimal aufreißen zu müssen. Das kostet noch einmal 1,5 bis 2 Millionen Euro.

Fußgängerampel oder Zebrastreifen – das ist hier die Frage

Realisiert werden soll die fast 1,3 Kilometer lange radgerechte Altdorfer Ortsdurchfahrt in acht Bauabschnitten von jeweils 150 Metern – in Vollsperrung, was nicht nur Kosten reduzieren, sondern auch die Bauzeit um eine halbes Jahr gegenüber einer Teilsperrung verkürzen würde. Anvisierter Baubeginn ist im März 2023, die Fertigstellung bis November und damit noch vor dem Winter 2023/24 geplant.

Noch genauer unter die Lupe genommen werden soll der Fußgängerüberweg nach der Einmündung der Bachstraße. Eine Verlegung forderten die einen, weil die Ampel vom abbiegenden Verkehr oft übersehen werde. Die Ampel sicherer machen will dagegen Werner Maucher. Sie durch einen Zebrastreifen zu ersetzen, schlug AF-Rat Hans Haas vor. Die Planer fordern den Unfallbericht der Polizei für die fragliche Stelle an, Verwaltung und Gemeinderat werden sich die Situation vor Ort anschauen.