Das Optimum ist nicht immer durchsetzbar. Das gilt auch bei der Planung von klima- und verkehrspolitisch sinnvollen Radschnelltrassen, meint Redakteur Thomas Braun.
Stuttgart - Manchmal ist das Bessere der Feind des Guten. Entlang dieses Sprichworts verläuft offenbar derzeit die Entscheidungsfindung in Sachen Radschnellweg zwischen Fellbach und Stuttgart. Und so läuft das Projekt Gefahr, zwischen den widerstreitenden politischen Ansichten zerrieben zu werden.
Die Stadt ist ebenfalls gefordert
Das Bessere, genauer gesagt, das Beste für die Radfahrer will die Linksfraktion politisch herausschlagen und droht mit Ablehnung, falls ihre Maximalforderungen nicht erfüllt werden. Das würde freilich die Planungen für den klima- und verkehrspolitisch prinzipiell durchaus sinnvollen Radler-Highway um Monate wenn nicht gar Jahre zurückwerfen. Zudem müsste sich die Fraktionsgemeinschaft den Vorwurf gefallen lassen, in einer unheilvollen Allianz mit den Automobillobbyisten bei CDU, Freien Wählern und AfD jedwede Verbesserung für Radfahrer gegenüber dem Status quo torpediert zu haben.
Andererseits ist aber auch die Stadt gefordert: Sie sollte bei der Planung von Radschnellwegen auf größtmögliche Sicherheit der Verkehrsteilnehmer achten und zumindest durch flexible Baken oder für den Autofahrer spür- und erkennbare Schwellen die Radspur von der Autospur abgrenzen. Durch Kompromisse ließe sich vielleicht der von OB Frank Nopper (CDU) etwas wolkig propagierte „Mobilitätsfrieden“ auch in die Tat umsetzen. Wer mit dem Kopf durch die Wand will, schadet diesem Ziel – und sich selbst.