In der Milchstraße stehen jetzt Fahrräder, wo vorher Taxis parken durften. Foto: Roberto Bulgrin

Die Stadt Esslingen prüft derzeit 20 neue Standorte für Radabstellanlagen. Das Fahrradparkhaus in der Mobilitätsstation am Bahnhof wird unterdessen noch nicht sehr stark genutzt.

Das Kalkül ist einfach: Wenn mehr Menschen mit dem Fahrrad statt mit dem Auto in die Esslinger Innenstadt kommen sollen, muss es auch mehr Abstellmöglichkeiten für die Räder in der City geben. Deshalb prüft die Stadtverwaltung derzeit 20 neue Standorte für Radabstellanlagen und untersucht, wo bestehende Anlagen durch zusätzliche Radbügel erweitert werden könnten.

 

Erst Ende 2023 hat sich die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben die Mühe gemacht, eine Übersicht über die Standorte der Radabstellanlagen in der Innenstadt zu erstellen. Demnach gibt es innerhalb des Altstadtrings 52 Standorte mit insgesamt 756 Abstellmöglichkeiten. Zusätzlich finde derzeit eine Bestandsaufnahme des gesamten Rad- und Fußverkehrsnetzes in Esslingen durch ein Ingenieurbüro statt, bei der auch die Standorte und die Anzahl der vorhanden Radabstellanlagen im gesamten Stadtgebiet erhoben würden, heißt es aus dem Rathaus.

Stadträte fordern mehr Radbügel in der Innenstadt

Anlass für die Auskünfte waren Anträge der SPD-Fraktion sowie des Jugendgemeinderats. Beide hatten gefordert, zusätzliche Radbügel in der Esslinger Innenstadt aufzustellen, um den Radverkehr attraktiver zu machen. Der Jugendgemeinderat regte zudem an, auch an Schulen weitere Radbügel zu errichten und mehr Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, etwa durch bessere Beleuchtung der Radständer oder durch Videoüberwachung. Die SPD wiederum hatte vorgeschlagen, den ein oder anderen Autoparkplatz in einen Radabstellplatz umzuwidmen und vorhandene Standorte zu verdichten.

In der jüngsten Sitzung des Mobilitätsausschusses zeigte sich die Stadtverwaltung prinzipiell offen für diese Vorschläge. Im Übrigen habe man bereits Autoparkplätze in Abstellplätze für Fahrräder umgewandelt, etwa in der Ulmer Straße oder vor dem Technischen Rathaus in der Ritterstraße, verkündete sie. Zudem habe man erst vor Kurzem einen Taxistand in der Milchstraße umgewidmet und mit fünf Anlehnbügeln für Fahrräder bestückt. Nicht nachkommen könne man hingegen der Forderung nach Videoüberwachung von Radständern, erklärte Teresa Engel, die Leiterin der Stabsstelle Mobilität. Eine solche sei hier nicht zulässig. Auch eine zusätzliche Beleuchtung halte man in den meisten Fällen für nicht notwendig, werde das aber noch einmal prüfen. Zudem wolle man ein Auge darauf haben, ob künftig bei Veranstaltungen mehr Radbügel stehen bleiben können als bisher, versprach die Verwaltung. Zuletzt waren bei Großveranstaltungen oft zahlreiche Fahrradabstellmöglichkeiten aus Gründen der Logistik oder der Sicherheit abgebaut worden.

Bislang nur geringe Auslastung des Fahrradparkhauses

Trotz des offenbar vorhandenen Defizits an Abstellmöglichkeiten für Fahrräder wird die neue Mobilitätsstation am Esslinger Bahnhof laut Teresa Engel noch nicht stark genutzt. Im Rathaus schätzt man die Auslastung derzeit durchschnittlich auf bis zu zehn Prozent. Allerdings seien im Winter und bei schlechter Witterung grundsätzlich weniger Menschen mit dem Rad unterwegs, so Engel. Voraussichtlich bis zum Frühjahr soll die Nutzung des Radparkhauses mit insgesamt 370 Stellplätzen noch für alle kostenlos sein. Zur Radsaison im Frühjahr oder Sommer wolle man das Angebot in der Mobilitätsstation bewerben und den Weg zum Fahrradparkhaus besser ausschildern. Grundsätzlich werde das neue Angebot aber äußerst positiv bewertet.