Östlich der Schorndorfer Straße sollen die Hindenburgstraße, die Zimmerbachstraße und die Weiherstraße künftig auch zur Fahrradstraße umgewandelt werden. Foto: /Ines Rudel

Die Stadt treibt den Ausbau des Radnetzes weiter voran: Mit einer Verlängerung der Fahrradstraße und verbesserten Strecken soll eine durchgängige Radtrasse von der Innenstadt bis in den Esslinger Osten geschaffen werden.

In Oberesslingen dürften Radler bald gute Karten haben. Denn die Stadt will hier neue Radverbindungen schaffen, die im Ergebnis zu einer durchgängigen Radtrasse von der Innenstadt bis zum Stadtteil Zell führen. Unter anderem soll die Fahrradstraße um mehr als einen halben Kilometer verlängert werden und so den Lückenschluss zur kürzlich eingerichteten Fahrradzone bilden. Ziel ist es, den Radverkehr aus den Stadtteilen auf einer sicheren und komfortablen Radachse zu bündeln.

 

Bislang sind die Fahrradstraße auf der einen Seite und die Fahrradzone auf der anderen weitgehend isoliert voneinander. Die Fahrradstraße in der Hindenburgstraße endet abrupt an der Schorndorfer Straße, während sich die erst im Dezember eingerichtete Fahrradzone auf der anderen, der östlichen Seite der Oberesslinger Hauptverkehrsader erstreckt. Die Fahrradzone umfasst die Gartenstadt bis hin zur Alten Heusteige sowie die Breslauer Straße mit Nebenstraßen. Mit der Verlängerung der Fahrradstraße sollen die zwei Bereiche verbunden werden, außerdem will man die Einmündungen der Alten Heusteige sowie der Wilhelmstraße in die Hauptstraße umgestalten, um sie für Radler besser nutzbar zu machen. So soll in den kommenden zwei Jahren ein durchgängiges und attraktives Radnetz von der City bis nach Zell entstehen.

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Im Herbst will die Stadt damit beginnen, die Einmündungen in die Hauptstraße aufzuwerten. Sowohl an der Kreuzung mit der Alten Heusteige als auch am Abzweig der Wilhelmstraße soll jeweils ein vier Meter breiter Geh- und Radweg entstehen. Damit sollen die Radler vom Autoverkehr getrennt werden und somit sicherer unterwegs sein. Voraussichtlich im nächsten Frühjahr werden die Arbeiten abgeschlossen sein.

Etwas länger wird es dauern, bis die rund 570 Meter lange Verlängerung der Fahrradstraße fertig eingerichtet ist. Denn bevor diese realisiert werden kann, müssen zunächst die Umgestaltungen für den Autoverkehr auf der Schorndorfer Straße abgeschlossen sein (siehe Infokasten). Dann erst – vermutlich in den Jahren 2023 und 2024 – können der östliche Teil der Hindenburgstraße, die Zimmerbachstraße sowie der östliche Teil der Weiherstraße zur Fahrradstraße umgewandelt werden. Und auch dafür sind einige Vorarbeiten nötig.

Vorarbeiten für die Fahrradstraße

So will die Stadt in der Hindenburgstraße vor der Herderschule den Gehweg verbreitern, um den vielen Schülerinnen und Schülern, die dort zu Fuß unterwegs sind, Rechnung zu tragen. Zudem soll auch der Parkstreifen dort verbreitert werden, damit es zu möglichst wenig Konflikten kommt, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. In der Zimmerbach- und der Weiherstraße sollen die Parkstreifen erhalten bleiben, aber teils mit neuen Bäumen bestückt werden.

Im Rathaus zeigt man sich zufrieden mit der Planung. „Es ist erfreulich, dass wir nun versuchen, die Lücken zu schließen und die Situation für alle Verkehrsteilnehmer angenehm zu gestalten“, sagte der Baubürgermeister Hans-Georg Sigel im jüngsten Mobilitätsausschuss. Jasdeep Singh, der Leiter der städtischen Stabsstelle Mobilität, hat die Planung federführend vorangetrieben und hält sie für die bestmögliche Lösung. Man habe durchaus andere Trassen in Betracht gezogen, etwa die Plochinger Straße oder einen Weg durch die Gartenstadt, doch es sei schnell klar gewesen, dass die nun vorgestellte Variante am besten geeignet sei. Insgesamt rechnet die Stadt mit Kosten in Höhe von knapp 440 000 Euro für die Radachse – allerdings auch mit gut 300 000 Euro Fördergeld vom Land.

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Im jüngsten Mobilitätsausschuss kam das Vorhaben gut an. Der Stadtrat Jürgen Menzel (Grüne) attestierte der Verwaltung eine „gute und stringente Vorplanung“ und lobte das Ziel einer durchgehenden Radachse. Auch Heidi Bär (SPD) und Hermann Falch (Freie Wähler) zeigten sich zufrieden: „Das ist die logische Fortführung der Hindenburgstraße und nimmt alle Verkehrsteilnehmer mit“, sagte Falch. Der FDP-Rat Sven Kobbelt wollte lediglich angemerkt wissen, dass auch in einer Fahrradstraße stets mit Autoverkehr zu rechnen sei, und der CDU-Fraktionschef Tim Hauser kritisierte, dass ihm konkrete Angaben zur Zahl der Radfahrer fehlten. Auch die Radverbände sind offenbar angetan: Joachim Schleicher vom ADFC betonte: „Die Hindenburgstraße hat Vorbildcharakter, die Fortsetzung der Fahrradstraße ist folgerichtig und dringend nötig.“ Die Radstraße sei ein Erfolgsmodell, das sich als Blaupause für die ganze Stadt eigne.

Vorhaben in der Schorndorfer Straße

Voraussetzungen
Die Verlängerung der Fahrradstraße kann nach Angaben aus dem Rathaus erst angegangen werden, wenn die geplanten Veränderungen für den Verkehr im Bereich der Schorndorfer Straße umgesetzt sind. Das könnte voraussichtlich im Jahr 2023 der Fall sein.

Pläne
Die stark befahrene Schorndorfer Straße soll entlastet werden. Dazu hat die Stadt nun vorgeschlagen, eine neue Linksabbiegespur von der Schorndorfer in die Plochinger Straße einzurichten. Gleichzeitig soll der Linksabbieger in die Hindenburgstraße für den Verkehr bergab entfallen. Die bislang dafür genutzte Spur soll künftig dem Verkehr bergauf zugeschlagen werden, um die Abbiegespur in die Hirschlandstraße zu verlängern. Zudem will man die Bushaltestelle in der Hindenburgstraße für Fahrten stadtauswärts entfernen. Die Busse sollen künftig über die Weiherstraße geführt werden, die allerdings zuvor noch saniert werden muss. Diese Vorschläge der Stadt müssen noch vom Gemeinderat beschlossen werden.