Der Radweg zwischen Oberesslingen und der Pliensauvorstadt wird modernisiert. Die Umleitung ist laut Radlern nicht ideal – und macht ein generelles Problem sichtbar. Was sagen die Verantwortlichen?
Seit Mitte September saniert das Regierungspräsidium Stuttgart den Geh- und Radweg zwischen Oberesslingen und der Pliensauvorstadt. Währenddessen ist dieser zwischen der Berkheimer Straße und der Hammerschmiede gesperrt – Fußgänger und Radfahrer müssen auf eine Umleitung ausweichen, die sie über das Radwegnetz auf der gegenüberliegenden Seite des Neckars führt. Ein anonymer Fahrradfahrer moniert den Zustand auf der Plattform X, ehemals Twitter: „Es fehlt eine sichere Umleitung für Radfahrer. Diese Ampel reagiert auf Radfahrer nicht. Nach rechts über die Autobrücke ist viel zu gefährlich.“
Gemeint ist die Ampel an der Stelle, an der die Berkheimer Straße in die Brückenstraße mündet. Die Stadt Esslingen reagiert auf den Post mit einem Verweis an die Pressestelle des Regierungspräsidiums Stuttgart, da die Behörde für die Baustelle entlang der Bundesstraße zuständig sei. Auf Nachfrage beim Regierungspräsidium teilt die Behörde mit, dass die angesprochene Ampel überhaupt nicht an der ausgeschilderten Umleitungsstrecke liege. Es sei keine provisorische Ampel – und deshalb sei die Stadt Esslingen für sie verantwortlich. „Die Ampelanlage steht an der Kreuzung der Berkheimer Straße zur Vogelsangbrücke und funktioniert nach derzeitigem Stand für den Auto- und Radverkehr einwandfrei“, reagiert ein Sprecher der Stadt auf den Hinweis. Allerdings möchte die Stadt die Situation noch einmal überprüfen. Weitere Beschwerden soll es in letzter Zeit nicht gegeben haben.
„Ausschilderungen müssen intuitiv sein“
Also gibt es dort gar kein Problem für Radfahrende? Für Thomas Rumpf, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Kreisverband Esslingen, gibt es bei der Beschilderung von Umleitungen in der Stadt grundsätzlich noch Luft nach oben – häufig würden die Belange von Radfahrenden bei Bauarbeiten nicht mitgedacht. „Wir haben den Eindruck, dass die Radverkehrsplaner in Stadt und Kreis genau wissen, was aus verkehrswissenschaftlicher Sicht zu tun wäre. Leider kennen sie aber auch die Haltung der Gemeinderäte, die vor Entscheidungen zurückschrecken, mit denen sie dem Radverkehr mehr Platz auf den Straßen einräumen“, sagt Rumpf.
Laut dem ADFC Kreisverband Esslingen müssen Umleitungen so gestaltet sein, dass die zeitliche Verzögerung so gering wie möglich ist. Ausschilderungen müssen intuitiv sein und bis zur Rückkehr auf den ursprünglichen Weg leiten – und Fußgänger dürfen nicht beeinträchtigt sein. „Dass Umleitungsschilder nicht recht verständlich sind, konnte man monatelang auf der am stärksten befahrenen Radstrecke zwischen Esslingen und Mettingen sehen“, verdeutlich Rumpf. Durch die Beschilderung soll nicht eindeutig erkennbar gewesen sein, ob der Neckaruferweg befahrbar bleibt oder nicht. Rumpf rät, ein entdecktes Problem beim Mängelmelder der Stadt Esslingen zu melden .
Die Sanierungsarbeiten sollen noch bis Ende des Jahres andauern. Ausgebessert werden unter anderem Schlaglöcher und Rissen im Asphalt und verschobene Randeinfassungen. Zum Schutz der Fußgänger und Radfahrer wird außerdem zwischen der Fahrbahn und dem Radweg eine Schutzplanke erneuert.