Radtour Tief hinab und steil bergauf

Von Michael Kerner-Winkler 

 Foto: Grafik/Herrmann
Foto: Grafik/Herrmann

Anspruchsvolle Tour von Bad Wildbad durchs Murgtal bis nach Freudenstadt.

Freudenstadt - Eine anspruchsvolle und konditionsfordernde Tour, mit rauschenden Abfahrten, bei denen uns die klare Luft des Nordschwarzwalds um die Nase weht.

Streckenprofil: Ca. 70 Kilometer bei über 1000  Höhenmetern hinauf und 1100 Höhenmetern hinab, mit Anstiegen bis zu 15 %. ­Alle Wege sind befestigt, die Strecke ist ­geschottert oder asphaltiert. Nicht für ­Rennrad geeignet und auch nicht mit  Kindern zu schaffen. Gute ­Bremsen sind unbedingt notwendig! Sollten Sie sich etwas überschätzt haben, gibt es ­immer die Möglichkeit, auf die Bahn umzusteigen, da der Weg parallel zur Bahnlinie verläuft.

Hier geht’s lang: Zum Startpunkt  Bad ­Wildbad kann man bequem mit dem  ­Drei-Löwen-Takt-Radexpress fahren, dieser fährt an Sonn- und Feiertagen immer um 8.04 Uhr und 12.04 Uhr am Stuttgarter Hauptbahnhof ab, Räder dürfen kostenlos mitgenommen werden.

In Bad Wildbad beginnt die Tour  am ­Sommerberg. Hinauf fährt man am besten mit der seit 1908 bestehenden Standseilbahn. Eine Fahrt kostet 3,50 Euro pro Person plus  2,50 Euro  für den Drahtesel. Oben angelangt, befindet sich direkt an der Zahnradbahnstation ein Elektroradverleih. Wer also schon immer mal wissen wollte, wie es sich mit so einer Unterstützung fährt, kann hier für 9 bis 16 Euro ein E-Bike leihen. Der Sommerberg eignet sich hervorragend für Mountainbike- und Downhillfahrer, hier befinden sich sogar extra angelegte Parcours für Freunde des actionreichen Sports.
Man folgt ca. sieben Kilometer der Ausschilderung zur Grünhütte. Weiter geht es Richtung Hohloturm. Man stößt  auf eine Kreuzung und folgt  ab hier der Ausschilderung Richtung Freudenstadt. Unterwegs kann man  den Blick ins Rheintal genießen, linker Hand kann man am Hang den Hohloturm ausmachen.
Vom Schotterweg gelangt man  auf ein breites Asphaltband, die Landesstraße 76 B, welche man rechts abgehend in einer rasanten Abfahrt von 700 Höhenmetern bis  ins Murgtal hinunterfährt. 

Man  passiert Reichental, an dessen Ortsausgang man links in den beschilderten ­Radweg einbiegt. Man  befindet sich  nun auf dem Kunstweg am Reichenbach. Ein ­romantisches Fleckchen mit Bachlauf, ­modernen Plastiken und  Kunstinstallationen. Der Kunstweg endet an einer Straße, der man nun Richtung Freudenstadt folgt,  bis man die  Radwegschilder  „Tour de Murg“ sieht.  Diesen folgt man durchs Murgtal. Es  geht auf steigungsreichen Wegen durch den Wald, aber auch über asphaltierte, fast ­ebene Wege entlang der Murr. Man kommt an Staustufen vorbei und fährt durchs weite, offene  Tal.  Man   passiert   dabei  Forbach,  das Kloster Reichenbach und fährt durch Baiersbronn. Sechs Kilometer nach Baiersbronn liegt eine Gaststätte direkt am Radweg.
Kurz vor dem  Ziel heißt es, noch mal kräftig die Wadenmuskel zu beanspruchen, denn der steilste Anstieg kommt ganz am Schluss. Man folgt nun den Schildern Richtung Freudenstädter Bahnhof, dann hat man es  geschafft. Zum Abschluss kann man sich mit einer Einkehr in den Cafés auf dem größten Marktplatz  Baden-Württembergs belohnen.

Der Streckenverlauf als PDF.

Anfahrt: Empfehlenswert ist der Kauf des Baden-Württemberg-Tickets. Von Stuttgart aus ­verkehren stündlich Züge Richtung Bad Wildbad, mit einem Umstieg. Wer nicht den Drei-Löwen-Takt-Radexpress nutzt,  muss  für das Rad eine Extrakarte lösen.

Kartenmaterial: ADFC Radtourenkarte Blatt 24, Schwarzwald/Oberrhein

Lesen Sie jetzt