Radtour Spätsommer an Neckar und Murr

Von Michael Kerner Winkler 

 Foto: Grafik/Ettischer
Foto: Grafik/Ettischer

33 Kilometer lange Radtour von Ludwigsburg nach Backnang bietet viele Sehenswürdigkeiten

Ludwigsburg - Die Radtour für Biergarten- und Kunstinteressierte fällt  etwas kürzer aus, da der Sommer sich dem Ende zuneigt und auch die Tage nicht mehr so lang sind.

Streckenprofil: 33 Kilometer, 325 Höhenmeter aufsteigend und 342 Höhenmeter fallend. Die Strecke verläuft überwiegend auf Asphalt mit einer kleinen Schiebestrecke über wurzligen Waldboden. Nicht Rennradgeeignet.

Hier geht’s lang: Man startet am Ludwigsburger Bahnhof, welchen man  mit S-Bahn (S 4 und S 5) oder dem Regionalexpress erreicht. Da sich Start und Ziel im VVS-Gebiet befinden, ist die Radmitnahme kostenlos.

Vom Bahnhofsvorplatz folgt man der Radbeschilderung Richtung Stadtmitte. Auf dem Marktplatz mit barockem Flair findet an diesem Wochenende die Venezianische Messe statt. Ganz in der Nähe befinden sich das Geburtshaus Justinus Kerners und das Eduard Mörikes. Man folgt  weiter der Beschilderung Richtung Blühendes Barock, in welchem sich noch bis Ende November die weltgrößte Kürbisausstellung befindet. Für die  kleinen Radsportler lockt der seit 1959 bestehende Märchengarten. Weiter geht es der Ausschilderung in Richtung Hoheneck und Marbach nach. Bei Hoheneck befindet sich eine seit 1906 staatlich anerkannte Heilquelle.

Neckarabwärts geht es weiter in Richtung  Marbach, das zu einem Abstecher einlädt. Anlässlich des 250. Todestags von Tobias Mayers finden in Marbach diverse Veranstaltungen statt, auf der Schillerhöhe befindet sich beispielsweise eine  Skulpturenausstellung. Auch das Geburtshaus Schillers kann besichtigt werden. Spannend könnte zudem das auch kommendes Wochenende stattfindende Holdergassenfest sein. Wen die kulturellen Höhepunkte Marbachs nicht interessieren, folgt der Ausschilderung nach Murr. An der Murr entlang geht es weiter in Richtung Backnang.

Etwa 800 Meter nach dem Verlassen der Ortschaft Steinheim muss eine schmale Brücke überquert werden. Die Ausschilderung führt nun  nach Burgstetten und weiter in Richtung Erbstetten, dazwischen muss ein etwas knackigerer Anstieg bewältigt werden.

Es geht durch hügelige Feld- und Waldlandschaften, bis man das Ziel Backnang erreicht. Die Stadt wurde im 17. Jahrhundert durch die Franzosen fast vollständig zerstört und erst im 18. Jahrhundert nach und nach wieder aufgebaut. Sie erlebte ihre Blütezeit in der Industrialisierung und wurde durch ihre Textil- und Lederindustrie bekannt. Das Turmschulhaus bietet in kulturhistorischem Ambiente moderne Kunst bei wechselnden Ausstellungen.
Nach einem Tag voller Kultur und Historie gelangt man  bequem mit der S-Bahn oder dem Regionalexpress vom Backnanger Bahnhof nach Stuttgart zurück.

Das Streckenverlauf als PDF.

Einkehren: in Hoheneck die Gaststätte ­Brückenhaus und der Biergarten Ufer­stüble, in Marbach die Hausbrauerei Salzscheuer, in Backnang der Gasthof Zur Uhr, sehr ruhig am Stadtturm gelegen.

Kartentipp: ADFC Stuttgart und Umgebung 1:75 000.

Anreise: Die Fahrradmitnahme ist in der ­S-Bahn und Regionalbahn im VVS-Gebiet kostenlos. Außer an Wochentagen zwischen 6 und 8.30 Uhr. Dann muss fürs Rad eine Kinderkarte gelöst werden.

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