Die Panzerstraße wird am kommenden Wochenende gesperrt. Foto: /Stefanie Schlecht

Bei der Radschnellbrücke über die Böblinger Panzerstraße klemmt es. Statt im September wird die Brücke nun erst im kommenden Frühjahr fertig.

Die Radschnellbrücke über die Panzerstraße in Böblingen wird auch im Herbst noch nicht fertig, das teilt das Landratsamt Böblingen mit. Ursprünglich sollte der Bau im September eröffnet werden, dann war von Dezember die Rede, der nächste Termin ist jetzt das Frühjahr 2025.

 

Denn die Herstellung der Stahlkonstruktion ist langwieriger als ursprünglich angenommen. Das Tragwerk setzt sich aus 2200 einzelnen Stahlblechen mit einem Gewicht von 190 Tonnen zusammen. Die einzelnen Bleche müssen im Stahlwerk sehr aufwendig mit Hilfe von eigens angefertigten Schablonen zu gekrümmten Brückensegmenten zusammengefügt werden, und dies spiegele sich in der längeren Fertigungsdauer wider, heißt es vom Böblinger Landratsamt.

Hohe Erwartungen an die Qualität

„Wir bedauern die Verzögerung sehr. Der Kreis stellt hohe Qualitätsanforderungen an das Bauwerk. Eine gute Qualität und Ausführung machen sich mittel- und langfristig bezahlt. Um diese im Sinne einer dauerhaften Konstruktion zu gewährleisten, ist daher noch etwas Geduld gefragt,“ sagt Wladimir Hahnstein, der Amtsleiter für Straßenbau und Radfahren im Landratsamt.

Wie das Landratsamt mitteilt, muss für den Einhub der Bauteile der Straßenabschnitt zwischen Waldburgstraße und Bunsenstraße ab Freitag, 25. Oktober, um 20 Uhr voll gesperrt werden. Die Arbeiten enden am Montag, 28. Oktober, um 5 Uhr. Die Zufahrt zur Stadtgärtnerei bleibt frei. Die Sperrung ist die vorletzte Vollsperrung, welche für die Arbeiten an der Radwegbrücke erforderlich ist. Dennoch wird die Brücke im Laufe der Woche fertig werden und soll am 26. Oktober um 11 Uhr eingehoben werden. Dafür muss die Panzerstraße zwischen Waldburgstraße und Bunsenstraße von 25. Oktober 20 Uhr bis Montag, 28. Oktober, 5 Uhr gesperrt werden.

Längere Diskussion über den Standort

Die Radbrücke über die Panzerstraße im Nordosten Böblingens gilt als ein wichtiges Bauprojekt, um den Radverkehr auf dem Schnellweg zwischen Böblingen und Stuttgart sicher über eine der frequentiertesten Kreisstraßen im Landkreis zu führen. Mehr als 20 000 Autos sind dort täglich unterwegs.

Die 200 Meter lange Brücke, die übrigens auch zu Fuß benutzt werden kann, war eine Zeit lang umstritten, nicht nur, weil dafür rund 0,3 Hektar Wald gerodet werden musste. Für viele Radfahrer steht sie an der falschen Stelle. Ortskundige fahren lieber über den sogenannten Sandweg am Spatzensee vorbei zum AWO-Waldheim – und umgekehrt. Das spart im Vergleich zur Fahrt über den Radschnellweg nicht nur Strecke, sondern auch gut 20 Höhenmeter.

5,8 Millionen Euro wird die Radbrücke kosten. Mehr als dreiviertel des Betrages zahlen das Land Baden-Württemberg und der Bund: Rund 3,8 Millionen Euro kamen aus dem Finanztopf des Landes-Straßenbaus, der Bund steuerte 770 000 Euro aus seinem Radschnellwege-Sonderprogramm bei. Der Kreis geht aufgrund einer Potenzialanalyse der Stadt Stuttgart aus dem Jahr 2020 davon aus, dass täglich 3000 Radfahrten über die Brücke realistisch wären. Die Radler können dort auf der Strecke von Vaihingen her eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern erreichen.