Auf den Brücken über die A 81 und die B 464 sind die Radwege zu schmal. Noch in diesem Frühjahr will das Landratsamt sie verbreitern lassen. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch.
Zwei Engstellen auf dem Radschnellweg 1 zwischen Ehningen und Böblingen sollen noch in diesem Frühjahr beseitigt werden. Die Engstellen befinden sich auf den Brücken über die A 81 in Ehningen und über die B 464 in Böblingen.
Bislang sei der Radweg auf den Brücken nur rund zwei bis zweieinhalb Meter breit, heißt es aus dem Landratsamt. Damit entspricht er nicht den Anforderungen an einen Radschnellweg, in Baden-Württemberg ist eine Breite von vier Metern für einen Radschnellweg mit Gegenverkehr vorgesehen. Eine konfliktfreie Begegnung sei nur mit reduzierter Fahrgeschwindigkeit und sehr umsichtiger Fahrweise möglich, schreibt Landratsamtssprecher Benjamin Lutsch.
Breite von vier Metern wird trotzdem nicht erreicht
Warum die Engstellen erst jetzt beseitigt werden, wo doch das Teilstück des Radwegs zwischen Böblingen und Ehningen bereits 2020 in Betrieb genommen wurde? Damals habe man die Brücken zunächst ausgeklammert, um Verzögerungen zu vermeiden, teilt Lutsch mit. „Nun haben wir eine gute Lösung gefunden.“ Die sieht folgendermaßen aus: Die Fahrspuren für Autos auf den Brücken sollen schmaler und der Radweg dafür breiter werden. Dabei bleiben laut Lutsch alle Fahrstreifen erhalten, der Straßenquerschnitt werde jedoch auf das notwendige Mindestmaß reduziert. Auf der Brücke über die A 81 lasse sich dadurch eine Radwegbreite von 3,2 Metern und auf der Brücke über die B 464 eine Breite von 3,15 Metern realisieren. Ein Wermutstropfen: Der angestrebten Breite von vier Metern entsprechen diese Maße nicht. Die Baumaßnahmen ließen sich zeitnah umsetzen, so Lutsch. „Alternativ mögliche Neubauten von parallelen Radbrücken wurden von der Landkreisverwaltung zugunsten dieser ressourcenschonenden und nachhaltigen Lösung verworfen.“
Wann die Bauarbeiten beginnen sollen
Den Schutz der Radfahrer auf den beiden Brücken sollen dann sogenannte Betonschutzwände garantieren. Sie sind ungefähr so hoch wie Leitplanken, aber komplett geschlossen und kommen etwa bei Autobahnbaustellen zum Einsatz, um die Fahrbahn zu markieren. Die Betonschutzwände lassen sich laut Landratsamt ohne großen Eingriff in die Bausubstanz nachrüsten. Gleichzeitig seien sie platzsparend und böten eine hohe Schutzwirkung. Beginnen sollen die Bauarbeiten im März, die voraussichtliche Bauzeit beträgt zwei bis drei Monate.
Als Kostenpunkt nennt das Landratsamt rund eine Million Euro, inklusive Erneuerung der Fahrbahndecke auf der Brücke über die A 81. Für die Radwegmaßnahmen gibt es demnach vom Land einen Zuschuss von rund 800 000 Euro. Der Radweg über die Brücken bleibt während der Bauarbeiten gesperrt, der Radverkehr wird umgeleitet. Für Autos soll ein Fahrstreifen pro Richtung geöffnet bleiben.