Für die Strecke zwischen Alicensteg und Stuttgart will die Stadt Esslingen bald eine geeignete Radroute erarbeiten. Foto: Roberto Bulgrin

Der Radschnellweg durch das Neckartal nimmt langsam Form an. Die Vorplanung steht, das Land will die weitere Planung vorantreiben. Die Stadt Esslingen, die einen Teil der Route selbst erarbeitet, rechnet mit deutlichen Fortschritten im kommenden Jahr.

Seit Jahren wird über die Trasse für einen Radschnellweg durch das Neckartal diskutiert. Fünf Jahre nach dem offiziellen Startschuss wurde im Frühjahr die Vorzugstrasse für den Radschnellweg RS 4 von Reichenbach über Plochingen und Esslingen bis nach Stuttgart vorgelegt. Allerdings werden dabei bislang noch zwei Streckenabschnitte ausgespart, nämlich der auf Plochinger und der auf Esslinger Gemarkung. Grund ist, dass diese Kommunen die vom Regierungspräsidium Stuttgart (RP) vorgeschlagene Route ablehnen. In Esslingen will man nun bis Ende 2024 eine eigene Streckenführung erarbeiten.

 

Südtrasse ist ebenfalls umstritten

In Esslingen hatte vor allem der Bereich zwischen dem Alicensteg und der Stuttgarter Stadtgrenze für große Diskussionen gesorgt. Zunächst war hier lange eine Route am Nordufer des Neckars favorisiert worden. Erst im Herbst des vergangenen Jahres hatte das RP verkündet, dass es doch eine Strecke südlich des Neckars empfehle, weil laut Experten wegen des Artenschutzes eine Genehmigung des Radschnellwegs am Nordufer unwahrscheinlich sei. Die vorgeschlagene Südtrasse durch den Esslinger Stadtteil Pliensauvorstadt allerdings lehnten weite Teile der Bevölkerung und des Gemeinderats ab. Deshalb soll die Stadt nun selbst eine Route auf ihrer Gemarkung vorschlagen.

Noch bis zum 21. September können Bürgerinnen und Bürger über eine Online-Beteiligungskarte des RP Vorschläge für einen Trassenverlauf machen. Die Hinweise für die Strecke auf ihrer Gemarkung will die Stadt Esslingen auswerten und dem Gemeinderat Anfang 2024 vorstellen. Anschließend sollen eine Begehung und ein Workshop mit Bürgerinnen und Bürgern stattfinden. Die Erkenntnisse sollen dann in die Detailplanung einfließen. Bis Ende 2024 soll der Rat einen Beschluss zur exakten Route der Radschnellverbindung fassen.

Fahrbahndecke wird saniert

Auch beim Regierungspräsidium will man prüfen, inwiefern die Vorschläge aus der Bürgerbeteiligung bei der weiteren Planung berücksichtigt werden können. Dabei geht es unter anderem um den Verlauf des RS 4 im Landschaftspark Bruckenwasen in Plochingen. Denn die vom RP vorgeschlagene Route wurde ebenfalls vom Gemeinderat abgelehnt, nun sollen die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung in die Entscheidung über die Streckenführung einfließen.

Planungen werden vorangetrieben

Parallel dazu erstellt das RP nach eigenen Angaben bereits den Vorentwurf für die Verlängerung des Demonstrationsabschnitts bis zum Bahnhof Reichenbach. Mit den weiteren Planungen von Reichenbach bis Plochingen sei ebenfalls bereits begonnen worden. Zudem plane man eine Fahrbahndeckensanierung auf dem bestehenden Radweg zwischen Alicensteg und Hammerschmiede in Esslingen. Dadurch könne man auf diesem Abschnitt, der künftig Teil des RS 4 sein werde, den Qualitätsstandard einer Radschnellverbindung erreichen – unter anderem eine Breite von vier Metern.