Strahlendes Wetter, strahlende Laune, rauf aufs Fahrrad - unsere Bildergalerie zeigt unsere persönlich liebsten Strecken für Frühlingsgefühle. Foto: Shutterstock/Soloviova Liudmyla

Nicht nur Schönwetterfahrer zählen die Tage, bis der Frühling in Deutschland Einzug hält und langen Touren kein Graupelschauer mehr im Wege steht. Das sind die Radreisen, die uns nach dem Winter in den Sattel und an die frische Luft locken.

München-Venedig: Musik in den Ohren sportlicher Höhenmeterbezwinger

Die Transalp-Strecke feiert 2020 ein kleines Jubiläum: Fünf Jahre Blut, Schweiß und Tränen auf dem Weg von der Isar-Metropole hin zum Sehnsuchtsort Venezia. Zu viel der Dramatik. Ganz so hart wird es nicht, aber sportlich herausfordernd schon.

Am Marienplatz in München das Navi Richtung Süden eingestellt, folgen die Radler der Isar oder halten am Ufer des Tegernsees auf die Berge zu. In Tirol warten das klare Wasser des Achensees, das romantische Inntal und das quirlige Innsbruck. Ab der Bergiselschanze geht es dann richtig hoch hinaus: der Brenner-Pass mit 1100 Höhenmetern auf 38 Kilometern will erobert werden. Wer das schafft, darf es in Südtirol auf erstklassigen Radwegen rollen lassen. Diese führen mitten ins Herz der Dolomiten. Spektakuläre Gipfel bekommt man hier vor die Linse: die Drei Zinnen, den Monte Cristallo und die Tofana.

Anschließend wird das Land flach wie ein Pfannkuchen. Einige Kilometer legt man auf ehemaligen Bahntrassen zurück. Dann lassen sich bereits Kirchtürme, Canal Grande und Gondeln erahnen. Wackelig steigen die Alpenbezwinger nach 570 Kilometern aus dem Sattel. Doch der Schmerz in den Waden wird bald vergessen sein angesichts einer Stadt, die immer noch in den Bann zieht - Venedig.

Kurz und knapp: Zehn Etappen, rund 570 Kilometer, schwere, aber mit Gourmetblicken gespickte Radlerkost. 

Eine Städtekette für die schmucke Radtourensammlung? Bitteschön!

Sieben auf einen Streich. Klingt abgedroschen, ist aber so. Denn entlang des Fernwegs Thüringer Städtekette geht es sieben mal bergan, aber dann auch wieder sieben Mal jauchzend bergab. Denn jede der sieben Städte liegt in einem Flusstal.

Die 230 Kilometer lange Strecke ist gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit. Denn Luther, Bach, Goethe, Schiller, Anna Amalia und Carl Zeiss "begegnen" den Radlern beim Strampeln von Eisenach nach Gotha; von Erfurt nach Weimar; von Jena über Gera bis in die Spielkartenstadt Altenburg. Ganz nebenbei lohnt ein ausgiebiger Stopp an drei Unesco-Weltkulturerbestätten. Staunend radelt man vorbei an Burgen und Schlössern, lässt es laufen durch bewaldete Täler mit Mühlen.

Zudem können auf der Tour jede Menge Anekdoten in die Satteltasche gepackt werden. Etwa jene von den Bergleuten, die die Geraer Höhle zur Lagerung von Bier zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert aus dem Untergrund schlugen. Wäre vielleicht auch eine Idee für den heimischen Keller.

Kurz und knapp: Fünf Etappen, 230 Kilometer, mittelschwer, aber mit einem großen Schluck Radler geht's leichter.

Radeln wie auf Schienen - mit den Gebrüdern Grimm auf dem Gepäckträger

Die stillgelegten Zugtrassen machen es möglich: ohne groß aus der Puste zu kommen, radelt es sich auf diesen durch die Mittelgebirge Rhön und Vogelsberg. Wo einst Züge über Brücken ratterten und im knapp 1200 Meter langen Milseburgtunnel verschwanden, ziehen heute Radfahrer ihre Runden. Auf dem Bahn-Radweg Hessen schnaufen diese auf leicht ansteigenden Wegen von Bad Hersfeld aus durch die Mitte Deutschlands. Jenseits der Städte Fulda und Hanau ist hier wohltuend wenig los. Auch Kinder werden es lieben! Denn viele Märchenfiguren der Brüder Grimm stammen aus dieser Region.

Auf halber Strecke steht allerdings eine Entscheidung an: Nord- oder Südroute zuerst? Tipp: gemächlich entlang des Spessarts hinunter Richtung Main rollen. Damit wird der Vulkanradweg zum Finale der Reise. Keine Sorge - dieser steigt mit maximal drei Prozent bergan. Das schafft jeder!

Kurz und knapp: Fünf Etappen, 250 Kilometer, mittelschwer.

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