Vorbei an den quietschbunten Graffitis an der Mauer des Kölner Zoos - wir nehmen "Fotosafari" aber nicht ganz so wörtlich. Klar machen sich Tiere immer gut als Motiv. Doch bei unserer Radtour durch Köln kommt uns anderes vor die Linse. Foto: Shutterstock/Christian Mueller

Eine Fotosafari mit dem Fahrrad? Aber sicher! Statt eine Stadtrundfahrt mit dem Bus zu machen oder gar mit dem Auto von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu rollen, schwingen sich fahrradfahrende Fotoholics in Köln einfach in den Sattel und machen sich auf Motivjagd.

Stuttgart - In unserer Serie "Bike and the City" strampeln wir mt Vergnügen durch Metropolen. Denn auf dem Fahrrad erlebt man diese ganz anders! Nicht als Tourist, sondern vielmehr als Einheimischer. Oft gibt es zahlreiche Radwege oder Touren extra für Biker. Im vierten Teil genießen wir Köln vom Radsattel aus. Eine besondere Tour haben wir uns dafür ausgesucht. 

Fotosafari durch den Großstadtdschungel

Kamera in den Rucksack gepackt und los geht es. Besondere Ecken in Köln warten darauf, vor die Linse genommen zu werden. Bei dieser Tour werden fotogene Orte, die etwas über die Geschichten Kölns in den Fokus rücken, mit tollen Aussichtspunkten über die Stadt verbunden.

Peter Fox grüßt Köln - das Haus am See

Die Tour startet am Decksteiner Weiher. Die weitläufigen Wiesen dort werden von einem Wegenetz durchzogen. Ein Paradies für Fahrradfahrende, Spazierengehende und Entspannungssuchende. Die Reste des Fort VI – des ehemaligen äußeren Festungsrings der Preußen –sind gut erhalten und können heute noch bestaunt werden. Wer vor Beginn der Tour die Aussicht auf den Decksteiner Weiher genießen will, sollte eine Pause – Achtung der Berliner Peter Fox lässt grüßen - im Haus am See einlegen.

Belgien liegt gleich um die Ecke

Gut gestärkt wird durch den Grüngürtel in Richtung Nord-Westen geradelt, bis wir die Dürener Straße und der Militärring überqueren. Durch den Stadtwald und entlang der Lindenthaler Kanäle erreichen wir mit den Bikes erneut eine kleine Oase in der Stadt: den Aachener Weiher im Inneren Grüngürtel. Die Puste reicht noch für einen Spurt auf die Anhöhe. Von dort genießen wir einen tollen Ausblick über den Colonius und den Mediapark.

Da der Magen sich ein klitzekleines bisschen bemerkbar macht, beschließen wir im angrenzenden Belgischen Viertel einen Stopp einzulegen. Schließlich ist es bekannt für charmante Cafés und Restaurants. Im Café im Bauturm kosten wir selbstgemachte Marmelade. Köstlich! In der Bar Little Link benetzen wir unsere ausgetrockneten Kehlen mit frischen Drinks. Selbtsverständlich alkoholfrei. Wir wollen schließlich noch radeln. Wobei - das fahrradfreundliche Hostel „die wohngemeinschaft“, liegt in der Nachbarschaft. Ebenfalls mit einer gleichnamigen Bar ausgestattet.

Und ob: I promised you a rose garden

Doch wir widerstehen den Verlockungen und düsen weiter auf dem Inneren Grüngürtel in Richtung Norden bis zum Herkulesberg. Von dort oben eröffnet sich das Kölner Panorama aus einer anderen Perspektive. Wer nicht mehr genug Saft in den Waden hat, der kann die Fußgängerbrücke über die Schienen am Mediapark zum Berg rauf nehmen.

Mit Höhenluft in den Lungen strampeln wir weiter die Innere Kanalstraße entlang zum nächsten Foto-Stopp auf dem Gelände des Odonien. Im Odonien sind Freiluftatelier, Kunstwerkstatt und Kultur unter einem Dach. Ein Fotomotiv jagt hier das nächste. Zudem lockt ein Biergarten. Bei einem gepflegten Radler lassen sich die ersten Eindrücke und Fotos noch besser ver- und bearbeiten.

Nach der Pause geben wir erneut auf der der Inneren Kanalstraße in Richtung Osten Gas. Unser Ziel ist der Rosengarten auf dem ehemaligen Militärgelände des Fort X. Ein berauschendes Erlebnis. Im symmetrisch angelegten Idyll blühen heute etwa 2000 Rosen in über 40 verschiedenen Arten.

Düsseldorfs längste Theke - Kölns längste Freitreppe

Mit Wohlgerüchen in der Nase steht die Fahrt über die Zoobrücke an, die in den Rheinpark führt. Die grüne Oase ermöglicht einen wundervollen Blick auf den Dom. Satt gesehen, kehren wir dem Rheinpark unseren Radlerrücken, überqueren die Hohenzollernbrücke und erreichen den Rheinboulevard mit seiner 500 Meter langen Freitreppe. Hier reihen sich mehrere Restaurants aneinander. Wir lassen uns nieder und genießen einen tollen Blick auf die Kölner Altstadt und den Dom.

Voller Vorfreude auf weitere Fotomotive, die es auf dieser Tour in Hülle und Fülle gibt, überqueren wir bei der Weiterfahrt die Severinsbrücke, um auf der anderen Rheinseite im Rheinauhafen zu landen. Weiter in Richtung Süden geradelt, erreichen wir die Südbrücke. Wir machen einen kleinen Abstecher zu den Poller Wiesen und dem Deutzer Hafen denn uns überkommt die Lust auf ein Picknick im grünen Gras. Was für ein Panorama. Das wollen wir uns freilich aus der Nähe anschauen und überqueren daher die Südbrücke. Auf der linken Rheinseite angelangt, können wir den Rheinauhafen aus nächster Nähe bestaunen. Die Kranhäuser sind ein Blickfang für jede Kamera. Es bieten sich zahlreiche Perspektiven auf die alte und moderne Architektur des Rheinauhafens.

Wer sein Kölsch liebt, der schiebt

Doch wir sind noch nicht am Ende unserer Tour angelangt. Quer durch die Südstadt, parallel zum Ring, geht es weiter in Richtung Innenstadt. Dort befindet sich in direkter Nähe zum Neumarkt das Rautenstrauch-Joest-Museum mit seiner beeindruckenden Eingangshalle. Im Museumscafé gibt es zudem alles, was wir radelnden Naschkatzen begehren: leckeren Kuchen, Kaffee und kleine Speisen.

Über die Cäcilienstraße in Richtung Rhein düsen wir zum Parkhaus 1 von Galeria Karstadt Kaufhof. Von der obersten Etage hat man einen Rundblick auf den Dom in die eine und auf die Kranhäuser in die andere Richtung. Pst, diese Aussicht ist übrigens ein Geheimtipp aus dem #visitkoeln-Blog.

Über den Heumarkt und durch die schmalen Gassen der Altstadt gelangen wir an den Fischmarkt, wo sich schmale, bunte Häuser aneinanderreihen. Zusammen mit dem Kölner Dom und der romanischen Kirche Groß St. Martin ergibt sich ein tolles Bild. Jetzt heißt es: „wer sein Rad liebt, der schiebt“. Und wer ein gutes Kölsch zu schätzen weiß. Denn In der Altstadt wird die Brauhauskultur gefeiert und wir lassen uns in einem der Wirtshäuser die zünftige Kölsche Küche schmecken. Gut, dass unsere Fahrradtour durch Köln sich auf den letzten Metern befindet.

Die Bäuche randvoll, drebbeln wir in gemäßigtem Tempo die paar Meter bis zur Hohenzollernbrücke mit ihren zahllosen Liebesschlössern. Was für ein schöner weltlicher, quietschbunter Kontrast zum Kölner Dom! Und was für ein krönender Abschluss für unsere Tour. Sie endet auf der Domplatte mit direktem Blick auf den sakralen Bau der Superlative. Jetzt noch eine Nahaufnahme vom Kölner Wahrzeichen und bei den fahrradfahrenden Fotografierenden macht sich Glückseligkeit breit.

Info: Weitere Themen-Radtouren gibt es auf der Webseite von Köln Tourismus.

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Teil 1 der Serie: Paris mit dem Velo entdecken

Teil 2 der Serie: Wien mit dem Fahrrad neu entdecken

Teil 3 der Serie: Kopenhagen mit dem Fahrrad entdecken