Die farbig markierte Radspur an der Theodor-Heuss-Straße soll durch einen abgesetzten Radweg mit durchgehend drei Meter Breite ersetzt werden. Foto: Andreas Rosar

Die Stadtverwaltung startet die Vorplanung für zwei Spuren entlang der innerstädtischen Bundesstraße 27. Dafür werden fünf Bäume gefällt.

Stuttgart - Vor drei Jahren hat der Stuttgarter Gemeinderat beschlossen, alle oberirdischen Parkplätze innerhalb des Cityrings abzubauen und diesen durch Fußgängerzonen attraktiver zu machen. „Lebenswerte Innenstadt für alle“ lautete der Zielbeschluss. Es wird noch mindestens weitere drei Jahre dauern, bis entlang der Theodor-Heuss-Straße (B 27) von diesem Wandel etwas sichtbar werden wird. Zum Vergleich: Das amerikanische Mondflugprogramm dauerte acht Jahre.

Der Technikausschuss des Rats beschloss am Dienstag, die Planung zum Bau von 670 Meter Radweg beiderseits der Stadtautobahn vom Rotebühlplatz bis zur Bolzstraße zu beginnen. Die sogenannten Radschnellwege sollen je drei Meter breit werden, die je zwei Autofahrstreifen in jede Richtung ebenfalls. Zum Wegfall der Stellplätze der Landesbank am Kleinen Schlossplatz muss die Verwaltung mit dem Geldhaus verhandeln, ebenso mit Erbbauberechtigten, die laut Vorplanung die Tiefgarage in der Kronprinzstraße künftig ausschließlich über den Rotebühlplatz und nicht über Theodor-Heuss und Lange sowie Gymnasiumstraße erreichen und verlassen sollen. Dazu gibt es einen Vertrag von 1975.

Fünf Bäume müssen gefällt werden

Für den Radweg Richtung Bolzstraße, die Bushaltestelle am Kleinen Schlossplatz und zum Abstellen von Lastenfahrrädern sollen fünf Bäume gefällt werden. Das debattierte im Ausschuss niemand, zum Streitfall entwickelte sich aber der Erhalt von acht Ladeplätzen für Elektroautos, den der Bezirksbeirat Mitte ablehnt. Warum die Verwaltung E-Ladeplätze anders behandele als konventionelle Stellplätze leuchte nicht ein, sagte Kai Goller (AfD), auch diese könnten in Tiefgaragen verlegt werden. Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) sagte die Prüfung zu.

Wettbewerb für B 27 steht an

Pätzold verwahrte sich gegen Angriffe der Linksfraktion, die auf den noch ausstehenden städtebaulichen Wettbewerb zur Neugestaltung der B 27 zwischen dem Österreichischen Platz und dem Pragsattel verwies. „Wie kann die jetzige Planung auf die Ergebnisse des Wettbewerbs reagieren?“, fragte Christoph Ozasek (Linke). Seine Fraktion will eine extra Busspur auf dem Cityring geprüft haben. Der große Wettbewerb werde „nicht schnell“ kommen, sagte Pätzold, vorgesehen sei er für 2021, außerdem handele es sich um einen Ideen- und keinen Realisierungswettbewerb. „Die Umsetzung jetzt verbaut nichts, sie schafft aber eine bessere Radinfrastruktur“, so der Bürgermeister, man müsse in manchen Bereichen in die Umsetzung gehen. Hannes Rockenbauch (SÖS) riet, den Wettbewerb „ernst zu nehmen“ und Erkenntnisse daraus in die Planung für die Theodor-Heuss-Straße einfließen zu lassen. Gebaut werden sollen die Radwege nicht vor 2023, erst müsste im nächsten Doppelhaushalt das Geld dafür bewilligt werden.

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