Mit rotem Fils haben die Radler einen Pop-up-Radweg markiert. Foto: factum/Simon Granville

Eine Stunde lang haben die Böblinger und Sindelfinger Radfahrvereine am Bahnhof eine Abbiegespur gesperrt, weil sie bessere Radwege fordern. Während die Radler einen Corso fuhren, standen die Autofahrer im Stau.

Sindelfingen
„Der Autoverkehr nimmt zu viel Platz ein“, sagt Thomas Damrau, der im Namen mehrerer Fahrrad- und Umweltorganisationen am Montagabend eine Fahrraddemonstration organisiert hat. Die Demonstranten hatten eine Fahrspur vor dem Sindelfinger Bahnhof eine Stunde lang zum Pop-up-Radweg erklärt, abgesperrt und mit rotem Filz ausgelegt wie einen roten Teppich. Wie um alle Vorurteile zu bestätigen, brüllte ein vom Stau genervter Volvo-SUV-Fahrer etwas Beleidigendes aus dem Auto zu den etwa 40 Demonstranten, die mit ihren Drahteseln gekommen waren. Die Radfahrer fordern wenigstens einen ausgebauten Radweg entlang der Hanns-Martin-Schleyer-Straße, der dort viel zu eng und ziemlich holprig ist. Von der Idee, eine Fahrspur den Radfahrern zu reservieren, hält die Stadt Sindelfingen wenig. Die Stadtverwaltung argumentiert, dass der Verkehr dann nicht mehr flüssig fließen könne. Die Verkehrsplaner befürchten, dass ein erheblicher Anteil des Autoverkehrs auf das untergeordnete Straßennetz ausweichen würde, um künftige Staus am Bahnhof zu umfahren. Die Seitenstraßen seien jedoch nicht dafür ausgelegt, dauerhaft Mehrverkehr aufzunehmen, sagen die Planer. Immerhin kommen am Bahnhof täglich rund 32 000 Fahrzeuge pro Tag vorbei. (uls) Foto: Factum/Granville

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