Dieser Feldweg ist die Radverbindung von Ebersbach-Roßwälden nach Hochdorf. Ebersbach wird ihn ausbauen, Hochdorf allerdings nicht. Foto: Horst Rudel

Der Radweg zwischen Roßwälden und Hochdorf gilt als gefährliche Schotter- und Schlaglochpiste. Er wird nun saniert – aber nur auf einer der beiden Markungen.

Ebersbach/Hochdorf - Der Schotter ist eine Katastrophe und auf der Gefällstrecke sehr gefährlich, weil das Vorderrad hin und her rutscht“, schimpft ein Radler. Es sei ein Unding und ein Armutszeugnis, dass Hochdorf in Zeiten der allseits beschworenen Verkehrswende die Schotterpiste nicht endlich saniere. Die Rede ist von dem Rad- und Feldweg, der die Nachbarkommunen Ebersbach-Roßwälden und Hochdorf im Kreis Esslingen verbindet.

Der Ausbau des Radwegs endet an der Ortsgrenze zu Hochdorf

Nach einem jahrelangen vergeblichen Tauziehen um einen neuen Radweg entlang der Kreisstraße baut immerhin Ebersbach nun auf seiner Markung stattdessen den Feldweg aus. Allerdings ist damit nach gut 400 Metern schon wieder Schluss, denn dort befindet sich die Orts- und die Kreisgrenze.

„So ein „Cut an der Kreisgrenze wird für die Bevölkerung nur schwer nachvollziehbar sein“ kommentiert der Amtsleiter für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur Jörg-Michael Wienecke von der Göppinger Kreisbehörde die absurde Entwicklung. Zumal das nicht so recht zum Image des Landkreises passen will, der 2014 als Erster in Baden-Württemberg vom Verkehrsminister als „Fahrradfreundlicher Landkreis“ ausgezeichnet wurde. Und auch die Kollegen aus dem Ebersbacher Bau- und Umweltamt sind sich einig: „Ein durchgehender Ausbau wäre natürlich besser“. Allerdings habe sich die Kommune Hochdorf noch nicht entschließen können, das – wenige Hundert Meter lange – Teilstück auf ihrer Gemarkung auszubauen.

Der Hochdorfer Bürgermeister will eine begradigte Trasse – die Verhandlungen ziehen sich

Das sei auch gar nicht erforderlich, jedenfalls nicht für den Freizeit-Radverkehr, hält der Hochdorfer Bürgermeister Gerhard Kuttler dem entgegen. Stattdessen möchte er den am Ortsrand verlaufenden Obeswiesenweg bis zur Markungsgrenze pfeilgerade Richtung Roßwälden verlängern, damit Berufspendler nicht wie bisher einen Schlenker um einen Aussiedlerhof und eine Steigung fahren müssen. Die Begradigung sei nötig, sonst werde der Radweg von der Zielgruppe nicht genutzt, argumentiert er. Einen Schönheitsfehler haben Kuttlers Pläne allerdings: Die Flächen sind in Privatbesitz und die Grundstücksverhandlungen ziehen sich bereits seit Jahren hin.

Das Radeln auf der Kreisstraße gilt als lebensgefährlich

Bis zu einer Einigung werden sich Radler aller Couleur auf Hochdorfer Markung wohl weiterhin über den als Schlaglochpiste bekannten Feldweg quälen müssen, denn auf den Bau eines Radwegs entlang der Kreisstraße können sich die Beteiligten schon fast zwanzig Jahre lang nicht einigen – obwohl die Strecke längst Teil der jeweiligen Radverkehrskonzeptionen ist. Auf die Kreisstraße selbst weichen indes nur wenige aus – lebensgefährlich für Zweiradfahrer, lautet das einhellige Urteil unter Radfahrern. Obwohl keine drei Kilometer lang, werde auf der Strecke stark beschleunigt, teils sogar gerast.

Zwei tödliche Unfälle

Nach zwei Unfällen in den vergangenen Jahren, bei denen eine Autofahrerin und ein Radler tödlich verletzt wurden, gelten zwar Tempo 70 und ein Überholverbot mit Ausnahme von Traktoren, trotzdem komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen beim Überholen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Zweirädern, sagen die Nutzer. „Ich würde dort nie fahren. Der Verkehr ist dort zu dicht und die Autos fahren zu schnell“, erklärt eine Radlerin aus Hochdorf.

In der Ebersbacher Verwaltung und in der Göppinger Kreisbehörde hofft man, dass der Nachbarort sich doch noch eines besseren besinnt. „Wir würden es weiterhin sehr begrüßen, wenn die Gemeinde Hochdorf und der Landkreis Esslingen die Ebersbacher Initiative aufgreifen und eine durchgängige Verbindung ermöglichen“, heißt es in einer Stellungnahme.

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