Ein 77-Jähriger ist nach einem Unfall in Murr im Krankenhaus gestorben. Foto: dpa/Sina Schuldt

Bei einem Unfall in Murr wird Anfang der Woche ein 77-Jähriger so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus stirbt. Das Rathaus will an der Kreuzung dennoch keine schärferen Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Murr - Die Murrer Verwaltung sieht nach dem Unfalltod eines 77-jährigen Radfahrers keinen Anlass, an der Kreuzung der Kreisstraße von Murr nach Höpfigheim mit dem Radweg zwischen Steinheim und Pleidelsheim (Kreis Ludwigsburg) etwas zu verändern. Ein Leser hatte die Stelle als gefährlich bezeichnet: „Die Fahrradwege, die hinter der Tennishalle entlangführen, sind nach der Rechtskurve schon etwas gefährlich, wenn der Fahrradfahrer oder auch der Autofahrer nicht aufpasst“, schreibt er und bemängelt, dass es kein Schild „Achtung, Radfahrer kreuzt“ und keine zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung gebe. Ein Zaun sei zudem zu hoch: „Man sieht nicht, ob jemand kommt.“

Der Landwirt hat eine Sichtecke abgemäht

Vom tödlichen Unfall liege noch kein Abschlussbericht vor, sagt der Murrer Kämmerer Albrecht Keppler: „Es ist immer tragisch, wenn solch ein Unfall passiert.“ Allerdings müsse ein Radfahrer an der Stelle die Vorfahrt achten. Die Polizei hatte berichtet, dass der 77-Jährige, wohl ohne zu bremsen, über die Kreisstraße gefahren ist. „Man muss bremsen, so wie an jeder anderen Kreuzung auch“, sagt Keppler, der die Stelle aus Richtung Steinheim für Radfahrer als gut einsehbar einstuft. Er halte zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Kreisstraße 1609 für nicht erforderlich: „Den Autofahrern eine Pflicht aufzulasten würde bedeuten, das Pferd von der falschen Seite aus aufzuzäumen.“

Albrecht Keppler, der die Strecke selbst sehr oft mit dem Fahrrad entlangfährt, räumt ein, dass Radfahrer aus Richtung Pleidelsheim die Kreisstraße schlecht einsehen können, wenn der Mais hoch stehe: „Aber der Landwirt hat von sich aus reagiert und eine Sichtecke abgemäht.“

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