Wasser von unten und von oben - zugegeben, das ist nicht jedes Radfahrers Sache. Doch wenn die Infrastruktur, ... Foto: Shutterstock/ blurAZ

Bei schlechtem Wetter steigen die meisten Radler aufs Auto um - so die Argumentation all jener, die gegen den Ausbau der Radinfrastruktur sind. Dass diese Annahme schlicht falsch ist, belegt eine neue Studie der Universität Münster.

Das Studienergebnis lässt sich verkürzt auf diese ganz einfache Formel bringen: Wenn das Radwegenetz gut ausgebaut ist, wird das Rad auch bei Regen genutzt, bei schlechter Infrastruktur hingegen ist das kaum der Fall.

ADFC-Geschäftsführer: "Schluss mit immer neuen Ausreden"

Der Fahrradclub ADFC fordert daher den schnellen Ausbau der Radwegenetze, um das Radfahren über das ganze Jahr hinweg zu fördern und die Städte von zu viel Autoverkehr zu entlasten. „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Infrastruktur, findet ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork deutliche Worte. „Aus der Praxis wussten wir das längst, jetzt ist die These auch wissenschaftlich untermauert. Es muss Schluss sein mit immer neuen Ausreden – wir brauchen den Radinfrastruktur-Ausbau jetzt." Wenn die Wege einladend zum Radfahren seien - und das Rad die schnellste Alternative, dann würden die Menschen Radfahren, sagt Stork. „Bei Regen und bei Sonnenschein.“

Weniger als fünf Prozent Rückgang bei guter Infrastruktur

Die aktuelle Studie zeigt, dass in Städten mit gut ausgebauter Radinfrastruktur der Alltagsradverkehr bei schlechtem Wetter nur wenig zurückgeht – in Oldenburg und Münster um weniger als fünf Prozent, in Göttingen um weniger als zehn Prozent. In Städten mit eher schlecht ausgebautem Radwegenetz wie Stuttgart, Würzburg oder Herzogenaurach, geht der Radverkehr um bis zu 30 Prozent zurück.

Daten zu 30 deutschen Städten erhoben

Die Studie zu Effekten des Wetters auf das Radfahren haben Kathrin Goldmann und Jan Wessel kürzlich am Institut für Verkehrswirtschaft der Universität Münster vorgelegt. Sie hatten die Daten aus 122 Fahrrad-Zählstationen in 30 deutschen Regionen und Städten bei unterschiedlichen Wetterverhältnissen ausgewertet.

Info: Abgesehen davon wissen eingefleischte Fahrradfans sowieso, dass es für den Fahrspaß - neben einer guten Infrastruktur - die richtigen, dem Wetter angepassten Klamotten braucht.

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