In der Kolbstraße werden Radler oft riskant überholt. Foto: R. Otter

Die Grünen im Stuttgarter Süden wünschen sich mehr verkehrliche Entflechtung von Rad-, Auto- und Fußgängerverkehr am und beim Marienplatz. Wenige Korrekturen könnten viel helfen.

S-Süd - Um ins Lehenviertel zu gelangen, nehmen die meisten Radler den Weg vom Marienplatz und der Tübinger Straße aus über den Platz oder den Bereich vor dem Kaiserbau sowie über die Fußgänger- und Radfahrerfurt am Südtor und die folgenden. Zwangsläufig kommen sich hier Radfahrer und Fußgänger ins Gehege. Die Grünen-Fraktion des Bezirksbeirates Süd hat daher beantragt, die Verwaltung möge nach Lösungen für eine bessere Querung der Hauptstätterstraße finden und die Verbindung zwischen Tübinger Straße und Lehenviertel aufwärts für Radfahrende verbessern.

Ampel für Radler

Komme ein Radler von oben aus dem Lehenviertel über die Kolb- und Lehenstraße, führe der Radverkehr getrennt vom Fußverkehr und sei vergleichsweise flüssig. „Allerdings fühlen sich viele Radfahrer auf dieser Strecke vor allem bergauf Richtung Lehenviertel sehr unsicher. So überholen beispielsweise Autofahrer bergauf fahrende Radler häufig noch schnell und eng, bevor sie rechts in die Südtor-Tiefgarage oder beim Netto in die Lehenstraße einbiegen“, berichtet „Die Fraktion“ und schlägt vor: Eine eigene Aufstellfläche für den Radverkehr sowie die Entflechtung der Grünphasen von Rad- und Autoverkehr an der Kreuzung Kolb-/Hauptstätterstraße würde die Sicherheit für alle Verkehrsarten deutlich verbessern. „Das Ganze sollte ohne wesentliche Änderung der Ampelschaltung möglich sein.“ Denn der Radverkehr in der Gegenrichtung bekomme heute schon zeitgleich mit den Fußgängern grün.

Gute Beschilderung

Eine entsprechend optimierte Route sollte anschließend auch gleich in die Radrouten-Beschilderung aufgenommen werden – alternativ oder ergänzend zu den heutigen Beschilderungen über den Marienplatz, meinen die Grünen. „Insgesamt versprechen wir uns von dieser verbesserten Radverkehrsführung auf dieser Strecke eine Entlastung des gemischten Fuß- und Radverkehrs im Bereich Marienplatz sowie auf den Fußgängerfurten und -Wegen rund um das Südtor“, argumentieren die Grünen. Im Bezirksbeirat wurde der Vorstoß begrüßt und ein entsprechender Prüfantrag mit dem sperrigen Titel „Weniger Engstellen und sichere Anbindung für Radfahrende zwischen Hauptradroute 1 / Marienplatz / Tübinger Straße und Kolbstraße / Lehenviertel“ an die Verwaltung weitergereicht. Reinhard Otter, Grünen-Bezirksbeirat und Fahrradlobbyist, meint, das klinge nur kompliziert, sei es gar nicht und verspricht: „Kleiner Eingriff, große Wirkung!“

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