Die Steigungen in Magstadt sind kein Zuckerschlecken: Hannes Genze (links) kämpft sich nach vorne und lässt Max Lindenau stehen. Foto: Andreas Gorr

Hannes Genze vom RV Pfeil Magstadt gewinnt das Eliterennen beim 52. Magstadter Radcross mit einer Sekunde Vorsprung vor Ole Quast vom Harvesterhuder RV. In den verschiedenen Alters- und Leistungsklassen sind mehr als 230 Fahrer am Start.

Magstadt - Kurz vor dem Zielstrich riss Hannes Genze den rechten Arm nach oben und brach in lauten Jubel aus. Mit einer Sekunde Vorsprung in 1:01:39 Stunden setzte sich der 32-Jährige vom gastgebenden Verein RV Pfeil Magstadt im Zielsprint vor Ole Quast vom Harvesterhuder RV im Eliterennen der Männer im Rahmen des 52. Magstadter Radcross durch. „In der letzten Runde war ich immer knapp hinter Ole Quast, weil er in der Abfahrt technisch sauberer und beim Aufstieg schneller war als ich“, erklärte der Sieger wenige Minuten nach der Zieldurchfahrt noch völlig ausgepumpt. Auf den Geraden habe er aber immer wieder an seinen Kontrahenten heranfahren können und auf den letzten Metern habe er die besseren Beine gehabt.

Ole Quast räumte ein, auf dem Zielanstieg „ziemlich blau“ angekommen zu sein. „Es war ein schönes Duell, und am Ende hat die Taktik entschieden“, meinte Quast. Beide Fahrer betonten, dass die Strecke nach den nächtlichen Regenfällen „sehr anspruchsvoll“ gewesen sei. „Auf der Abfahrt gab es große Schlammbollen, und beim Aufstieg zur Viehweide musste man ganz schön viel laufen. Es war zeitweise ein Ritt auf der Kanonenkugel“, meinte Hannes Genze, der ebenso wie der Zweitplatzierte bereits das Crossrennen in Vaihingen in den Beinen hatte.

Bereits eine Runde vor Schluss hatten die beiden Führenden kurz vor der Ziellinie die Köpfe zusammengesteckt und getuschelt. „Ich habe Ole gefragt, ob er mich bei meinem Heimrennen gewinnen lassen würde“, verriet der Lokalmatador. Doch Quast habe das abgelehnt mit der Begründung, er brauche die Punkte für die Gesamtwertung. „Da habe ich mir gesagt, dann müssen wir heute bis aufs Messer kämpfen“, erzählte Genze weiter, der den Start verschlafen hatte und erst als Zwölfter über das erstmals aufgestellte Doppelhindernis bei der Blockhütte kam.

Der ebenfalls als Mitfavorit gestartete Michael Schweizer, wie Ole Quast vom Harvesterhuder RV und am Samstag Sieger in Vaihingen, stieg ebenso früh vom Rad wie der Lokalmatador Roman Schallon. „Roman hat Trainingsrückstand“, wusste RV-Trainer Udo Kollross. Einen beachtlichen 14. Platz belegte der 18-jährige Jonas Hablitzel vom RV Pfeil Magstadt bei seinem ersten Start in der Eliteklasse. „Ich bin nicht richtig in Tritt gekommen, am Samstag in Vaihingen habe ich mich besser gefühlt“, meinte der Malmsheimer..

Den Sieg einer Quasi-Lokalmatadorin gab es bei den Frauen. Hier gewann Elisabeth Brandau vom RSC Schönaich, die nach dem ersten Platz in Vaihingen am Samstag einen Doppelerfolg feierte. „Ich trainiere ab und zu hier, deshalb kannte ich die Strecke ganz gut“, erklärte Elisabeth Brandau, die nach 40:22 Minuten ins Ziel kam und mehr als zwei Minuten Vorsprung vor der Zweitplatzierten Martina Zwick vom RV Central Rhede 1991 hatte.

Insgesamt waren mehr als 230 Fahrer aus ganz Deutschland in acht Rennen am Start, darunter auch Sportler aus Frankreich, der Schweiz und einer aus Schweden. „Dadurch, dass wir mit Vaihingen an diesem Wochenende eine Doppelveranstaltung haben, lohnt sich für viele die Anfahrt“, glaubt Udo Kollross. Der stellvertretende  Vorsitzende des RV Pfeil bedauerte, dass der Verein im Nachwuchsbereich keine Starter stellen konnte. „Die Dopingdiskussion macht uns zu schaffen“, sagte er.

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