Die Experten kommen kaum zum Verschnaufen, so viel ist los beim Rad-Check. Foto: Claudia Barner

Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt es zum Rad-Check in Filderstadt. Dort haben Experten gratis Tipps verteilt. Und nicht nur das. Sie haben auch Hand angelegt, wenn es nötig war.

Filderstadt - Michael Hofmann dreht am Rad. Dafür ist der Münchner am Donnerstag nach Bernhausen gereist. Seine Mission: Er soll prüfen, ob in Filderstadt alles rund läuft. Am Peter-Bümlein-Platz hat der Zweiradtechniker gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Remm Station bezogen. Wer sicher gehen möchte, dass sein Drahtesel verkehrstauglich ist, kann ihn dort beim kostenlosen Rad-Check im Rahmen des Rad-Kulturtages begutachten lassen.

Es geht auf den Mittag zu, als sich Michael Hofmann das erste Mal eine Verschnaufpause gönnt. „Wir haben um 10 Uhr angefangen. Seitdem waren schon etwa 30 Radler da“, berichtet er.

Als Nächster in der Reihe rückt Johann Göttel vor. Er hat einen ganz besonderen Schatz mitgebracht. Das schwarz-blaue Herrenrad der Marke Stricker hat er vor 35 Jahren bei einer Sperrmüllsammlung entdeckt. Seitdem stand es bei ihm in der Garage. „Ich hatte Lust auf etwas Nostalgie auf der Straße und habe es im vergangenen Jahr aufgearbeitet“, verrät er.

Die meisten Radler sitzen zu niedrig

Mit fachmännischem Blick begutachtet Michael Hofmann das Gefährt. „Das wichtigste Element sind die Bremsen“, sagt er. Anschließend nimmt der Experte die Reflektoren und die Lichtanlage unter die Lupe. „Ein Rücklicht ist vorhanden. Für vorne empfehle ich ein Stecklicht“, rät er Johann Göttel. Der schwingt sich anschließend noch zu einer Probefahrt auf den Sattel. Peter Remm schaltet sich ein. „Die meisten Radler sitzen viel zu niedrig“, sagt er. Der Rat vom Fachmann lautet deshalb: „Der Sattel sollte sich auf Höhe des Hüftknochens befinden.“

Martina Alber hat ganz andere Probleme. „Mein Körble wackelt“, sagt sie. Michael Hofmann zieht die Schrauben an und hat gleich die nächste Schwachstelle entdeckt. „Die Bremsbacken sind nicht ganz in der richtigen Position“, sagt er. „Die habe ich selbst montiert“, verrät die Radlerin. Nach wenigen Minuten ist auch dieses Manko behoben und Martina Alber schwärmt: „Das ist ein toller Service. Ich habe sonst niemanden, der sich um mein Fahrrad kümmert.“

Das Fahrrad ist ihr Porsche

Else Müllerschön aus Bonlanden und Maria Weinmann aus Bernhausen ergeht es ähnlich. Sie sind sich einig: „Man geht ja nicht wegen jeder Kleinigkeit zum Fachhändler.“ Die Damen sind fleißige Radlerinnen. „Ich habe gar kein Auto. Das Fahrrad in mein Porsche“, sagt Maria Weinmann. Die silberne Lackierung und der Lammfellbezug über dem Sitz bleiben allerdings die einzigen Parallelen. „Man merkt, dass das Rad viel genutzt wird“, bestätigt Peter Remm. Die Klingel klemmt, und das Vorderrad hat zu wenig Luft. Es braucht nur ein paar Handgriffe, und der Techniker wünscht: „Gute Fahrt“.

Gleich nebenan hat Jürgen Lenz vom Filderstädter „Radhaus“ seinen Infostand und beobachtet die Szene. Er hat den Aktionstag mit Freiluft-Werkstatt, Pedelecstation, Ausstellungseröffnung und einer Lesung mit dem OB zusammen mit der Stadtbibliothek organisiert. „Der Rad-Check ist immer ein Zugpferd“, berichtet er. Und weil das Zweirad 2017 seinen 200. Geburtstagfeiert, sorgt Lenz dafür, dass sich in Filderstadt auch weiterhin die Räder drehen. Bis zum Jahresende ist eine Reihe von Veranstaltungen geplant. Die Details dazu finden sich auf der Internetseite der Stadt unter www.filderstadt.de.

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