Wiedersehehnsfreude sieht anders aus: Nach einer zehn Jahre dauernden Funkstille hat eine 51-jährige Frau ihren Sohn zufällig wieder in einem Winnender Einkaufsladen getroffen - mit unliebsamen Folgen.

Winnenden - Wiedersehehnsfreude sieht anders aus: Nach einer zehn Jahre dauernden Funkstille hat eine 51-jährige Frau ihren Sohn zufällig wieder in einem Winnender Einkaufsladen getroffen - mit unliebsamen Folgen. Gegen die 30-jährige Schwiegertochter, die gegen eine Kontaktaufnahme offenbar einiges einzuwenden hatte, blieb die Mama ohne Chance.

Die Begegnung der besonderen Art zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter fand am Montag um 14.30 Uhr in einem Geschäft in Winnenden statt. Seit zehn Jahren hatten sie keinen Kontakt mehr miteinander - was vor allem deshalb ungewöhnlich ist, weil die Beteiligten alle in Winnenden wohnen und sich deshalb eigentlich öfter über den Weg laufen müssten.

So aber begrüßte die 51-Jährige überschwänglich ihren verlorenen Sohn - und wurde sogleich von der Schwiegertochter gestoppt. Die 30-Jährige zog die Mutter ihres Gatten so heftig zur Seite, dass diese überrascht ins Straucheln geriet und in einen aufgetürmten Dosenstapel fiel. "Die Frau blieb unverletzt, war von dem Verhalten aber sehr geschockt", sagt der Waiblinger Polizeisprecher Klaus Hinderer. Kurze Zeit später verließ sie das Geschäft und ging auf den Parkplatz. Von dem Ereignis noch mitgenommen, stützte sie sich auf dem Kotflügel eines geparkten Autos ab.

Wie das Leben so spielt: "Zufälligerweise war es das Auto ihres Sohnes und der bösen Schwiegertochter", sagt Hinderer. Der Wagen der Marke Citroën sei der 51-Jährigen bis dahin nicht bekannt gewesen. Wurde es aber recht schnell. Der Motor wurde gestartet, heulte auf, und das Auto wurde rückwärts beschleunigt. Schon wieder ging die Frau zu Boden und erlitt diesmal leichte Verletzungen. Am Steuer saß, so die Aussage der 51-Jährigen, die Schwiegertochter. Die fuhr auf und davon.

Ob diese Version der Geschichte eine einseitige Sicht der Schwiegermutter ist, wird nun von der Polizei geklärt. Die 51-Jährige hat jedenfalls einen weiteren Sohn, mit dem sie drei Stunden nach dem Zwischenfall auf dem Revier Anzeige erstattete. Über die Hintergründe der Familienfehde ist der Polizei nichts Näheres bekannt. Dass sich alles innerhalb einer türkischen Familie abspielt, macht den Fall nicht einfacher. Unerheblich für eine Strafverfolgung ist freilich die Frage, wer das wahre Opfer des Konflikts ist. Manche tippen auf den zwischen den zwei Frauen stehenden Mittdreißiger.

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