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Fünftes Rad am Silberpfeil, nicht mal das oder kriegt "Quick Nick" doch noch die Kurve: Für Nick Heidfeld wird die Zukunft in der Formel 1 wieder mal zu einer Zitterpartie.

Hamburg - Fünftes Rad am Silberpfeil, nicht mal das oder kriegt "Quick Nick" doch noch die Kurve: Für Nick Heidfeld wird die Zukunft in der Formel 1 wieder mal zu einer Zitterpartie. Der 32-Jährige hat auch rund zwei Monate vor dem Rennauftakt in Bahrain am 14. März noch immer keinen neuen Arbeitgeber. Möglich ist nun sogar: Heidfeld könnte nach zehn Jahren als Stammfahrer zum Test- und Ersatzfahrer absteigen, wenn auch bei Mercedes Grand Prix. "Ich bin nicht naiv, wenn ich speziell nach den letzten Wochen sage, in der Formel 1 kann viel Unerwartetes passieren", orakelte Heidfeld am Dienstag auf seiner Homepage.

Das Mercedes-Wunschcockpit schnappte sich vor Weihnachten Michael Schumacher, für Heidfeld könnte nun laut "Bild"-Spekulationen die Rolle als Test- und Ersatzfahrer bei den Silberpfeilen bleiben. Bei einem Ausfall des neun Jahre älteren Rekordweltmeisters Schumacher schlüge dann Heidfelds Stunde. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug äußerte sich dazu am Dienstag eher zurückhaltend. "Es gibt lediglich grundsätzlichen Kontakt zu Nick - und diesen habe ich seit vielen Jahren", sagte er.

"Wir sind nicht unter Zeitdruck", stellte Haug auch klar. Der Schwabe bestätigte zudem: "Wir hatten mit Nick sowohl über Möglichkeiten bei McLaren Mercedes als auch bei Mercedes Grand Prix gesprochen." Auszuloten, was möglich sei und was nicht, gehöre zu den wichtigsten Aufgaben jedes Fahrers und Teams. "Dies passiert in der Regel in der Mehrzahl und nicht in der Einzahl - Fahrer sprechen mit mehreren Teams, Teams sprechen mit mehreren Fahrern. So auch wir", sagte Haug und stellte klar: "Weitere Abmachungen mit Nick, den - und dessen fahrerische Fähigkeiten - ich schätze, gibt es jedoch nicht."

167 Rennen hat Heidfeld in seiner Karriere mit einigen Aufs und Abs bislang bestritten. Gewinnen konnte er noch keinen Grand Prix seit seinem Einstieg 2000, damals für Prost. Es folgten drei Jahre bei Sauber, über die Stationen Jordan und Williams-BMW ging es zu BMW-Sauber. Das Aus von BMW bedeutete auch das Aus für Heidfeld bei den Bayern. Und das Nachfolge-Team von Peter Sauber scheint nicht auf den ehemaligen Angestellten zu setzen. "Der andere wird ein erfahrener Mann sein, der aber in seinem Bereich auch neue Impulse und neues Wissen in die Firma bringt", sagte Sauber jüngst in einem Interview der "Neuen Zürcher Zeitung". Als Fahrer fest steht bereits der junge Japaner Kamui Kobayashi.

Heidfeld gab zu, dass ihn die aktuelle berufliche Lage auch über die Feiertage "nicht losgelassen" habe. Die Entscheidung Schumachers habe ihn direkt betroffen, "da es dadurch einen sehr relevanten Platz weniger für nächstes Jahr gibt", so Heidfeld weiter. Nur Renault und Toro Rosso von den bisherigen Teams haben noch einen Platz frei. Bei den Franzosen kam bereits Heidfelds ehemaliger BMW-Teamkollege Robert Kubica unter, ob Renault, das am Dienstag Eric Boullier als neuen Teamchef bekanntgab, nun auch noch auf den Deutschen setzt, ist fraglich. "Quick Nick" hatte im Begehr auf das Mercedes-Cockpit, das auch die Hoffnungen auf den ersehnten WM-Titel genährt hätte, andere Optionen hintenangestellt.

Nun hofft Heidfeld, "in den nächsten Wochen etwas Konkretes zu meinen Zukunftsplänen verkünden zu können". In einem Monat starten allerdings bereits die Testfahrten, am 14. März beginnt die neue Saison mit dem Großen Preis von Bahrain. "Ich werde weiter hart trainieren, Gespräche mit entsprechenden Entscheidern führen und meine Chance mit aller Kraft herausfordern", schrieb Heidfeld.

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