In einem ehemaligen Freizeitzentrum sollen infizierte Asylbewerber unter Quarantäne gestellt werden. Foto: Gottfried Stoppel

Das Land Baden-Württemberg richtet in Althütte-Sechselberg eine Isolierunterkunft für Asylbewerber mit dem Coronavirus ein. Ein Sprecher des Regierungspräsidiums erklärt, wie das neue Zentrum funktionieren soll.

Althütte - Das Land Baden-Württemberg hat das frühere Freizeitzentrum in Althütte-Sechselberg für sechs Monate angemietet. Dort sollen mit dem Coronavirus infizierte Flüchtlinge unter Quarantäne gestellt werden, die nicht stationär behandelt werden müssen. Ein genauer Starttermin ist indes noch nicht bekannt gegeben worden. Am Montagabend haben der Althüttener Bürgermeister und ein Mitarbeiter des Regierungspräsidiums in einem Video-Livestream Details zu dem Projekt bekannt gegeben.

Verpflegung per Lieferdienst, ständige medizinische Betreuung

In den Gebäuden des ehemaligen Freizeitzentrums des Süddeutschen Gemeinschaftsverbandes könnten 30 Personen in Einzel- beziehungsweise 60 Menschen in Doppelzimmern untergebracht werden. „Hier können wir auch den Zugang kontrollieren, und die Beschäftigten können sich umziehen und duschen“, erklärt Thomas Deines vom Regierungspräsidium Stuttgart. Auch verfüge jedes der Zimmer über eigene, separate Sanitäreinrichtungen. Die Verpflegung der Bewohner werde mit Lieferdiensten sichergestellt, auch ihre Wäsche werde vor Ort gewaschen. Dies soll Kontakt nach außen minimieren.

Wichtig sei dem Land als Betreiber der Einrichtung auch, dass die Bewohner rund um die Uhr medizinisch betreut würden. Schließlich solle auch frühzeitig erkannt werden, ob der Krankheitsverlauf eines der Infizierten sich als schwerwiegend erweise und er in ein Krankenhaus verlegt werden müsse. „Wenn das Virus bei den Leuten nicht mehr nachweisbar ist, kommen sie zurück in die Erstaufnahmestelle“, so Thomas Deines.

Mindestens zehn Security-Mitarbeiter vor Ort

Derzeit würden dort alle neu eintreffenden Asylbewerber auf das Coronavirus getestet und – falls dieser positiv ausfällt – unter Quarantäne gestellt. Zuletzt ging es um „fünf bis acht Personen“, so Deines. Aber die Lage könne sich schnell verändern. Je nachdem, wie viele infizierte Flüchtlinge in Althütte untergebracht würden, werde auch die Personalstärke angepasst. „Es werden aber nie weniger als zehn Sicherheitsmitarbeiter vor Ort sein“, so Deines. Dazu kämen medizinisches und Reinigungspersonal. Im Moment werde das Gelände umzäunt.

In Betrieb gehen soll das Zentrum, „sobald wir einen sicheren Betrieb gewährleisten können“, sagt Thomas Deines. Einen konkreten Termin kann er jedoch noch nicht nennen.

Erster Corona-Fall in Sechselberg bekannt geworden

Da die Bewohner des Zentrums noch keine sozialen Kontakte in Althütte haben, geht Deines nicht davon aus, dass sie die Quarantäne brechen. Mit der Quarantäne von Asylbewerbern mit Tuberkulose, die schon gelegentlich nötig war, habe das Land „eigentlich ganz gute Erfahrungen gemacht“. Sollte sich jemand nicht an die Quarantäneauflagen halten, „gilt das Gleiche, als würde ein anderer Bürger dies tun“. Dann würde die Polizei eingeschaltet und die Person gesucht.

„Ich glaube aber, dass Kontaktpersonen, die derzeit noch bei uns unterwegs sind, eine größere Gefahr darstellen als diese Einrichtung“, sagt der Bürgermeister von Althütte, Reinhold Sczuka. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der erste Althütter Bürger – er oder sie wohnt in Sechselberg – positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Die Person befindet sich nun in häuslicher Quarantäne.

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