Um die Folgen des Lehrermangels abzumildern, setzen viele Länder immer öfter auf Quereinsteiger. Foto: dpa

An den Schulen im Land ist laut Statistischem Bundesamt jeder 25. Lehrer ein Seiteneinsteiger ohne Fachstudium – in Berlin gilt das schon für jeden fünften.

Der Lehrermangel ist auch in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren größer geworden. Dennoch blieb im Südwesten der Anteil der Lehrkräfte ohne anerkanntes Lehramtsstudium niedriger als in den anderen Bundesländern. Während im Bundesdurchschnitt mittlerweile jeder zehnte Lehrer kein einschlägiges Studium vorweisen kann, liegt die Quote der Quer- und Seiteneinsteiger ohne anerkannte Lehramtsprüfung an den allgemeinbildenden Schulen im Südwesten bei knapp vier Prozent. Das geht aus Datensammlungen des Statistischen Bundesamtes hervor.

 

Für das Schuljahr 2023/2024 melden die Wiesbadener Statistiker eine bundesweite Quereinsteigerquote von 10,5 Prozent. Seit 2015 sind die Zahlen gestiegen. Bundesweit lag die Quereinsteigerquote bei Lehrkräften im Schuljahr 2015/16 bei 4,5 Prozent, im Land waren es damals zwei Prozent.

Berlin ist beim Seiteneinstieg von Lehrern Spitzenreiter

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind deutlich. Für Bayern beziffert das Statistische Bundesamt den Quer- und Seiteneinsteigeranteil im vorigen Schuljahr auf neun Prozent; in Hessen sind es 13, in Nordrhein-Westfalen zwölf und in Niedersachsen fünf Prozent. Mit die höchste Zahl von Lehrkräften ohne einschlägiges Fachstudium arbeiten in Mecklenburg Vorpommern (17 Prozent), Sachsen und Sachsen-Anhalt (je 16 Prozent) und Berlin, das mit 19 Prozent an der Spitze liegt.

In den beruflichen Schulen unterrichten traditionell mehr Seiteneinsteiger. Bundesweit sind es aktuell fast 17 Prozent, die Quote blieb seit dem Vergleichsjahr 2015/16 stabil. Im Südwesten sank der Anteil laut den Zahlen des Statistischen Landesamtes sogar leicht von gut neun auf knapp acht Prozent.