Die Lufthansa wird als Bayern-Sponsor ausgebootet – und nimmt es mir Humor. Foto: dpa

Die Lufthansa wird als Premium-Sponsor des FC Bayern München von Qatar Airways ausgestochen. Auf Twitter geht ein Beitrag der Airline durch die Decke – weil nicht nur die Lufthansa Humor zeigt.

Frankfurt/München - Scheiden tut weh: Die Lufthansa ist nicht mehr sogenannter „Platin-Sponsor“ des FC Bayern München – vom 1. Juli an übernimmt diesen Part Qatar Airways mindestens bis zum Jahr 2023. Ganz überraschend ist das nicht: Seit einigen Jahren bereiten sich die Münchner im Wintertrainingslager im umstrittenen WM-Gastgeberland 2022 Katar auf die Rückrunde in der Fußball-Bundesliga vor.

Ironie statt beleidigte Leberwurst

Für die deutsche Kranich-Airline ist am 30. Juni Schluss, obwohl das Unternehmen von Vorstandschef Carsten Spohr gerne weiter gemacht hätte – aber nicht mit der subventionierten Fluggesellschaft aus dem Ölemirat mithalten könne, wie sie erklärt. Doch anstatt die beleidigte Leberwurst zu spielen, beweist die Lufthansa Ironie.

Und zwar auf Twitter. Dem Social-Media-Beauftragten ist eine frappierend einfache Erklärung für den Sponsorwechsel aufgefallen.

Merke: Die Farben von Qatar Airways sind rot und weiß, wie beim FC Bayern. Lufthansa hingegen hat blau und weiß. Ein genialer Scoop trotz Rechtschreibfehlern. Die Tweeter der Deutschen Bahn ließen mit der Antwort nicht lange auf sich warten – clever boten sie dem Rekordmeister an, künftig mit der Bahn zu Auswärtsspielen zu gondeln – schließlich bietet Qatar Airways keine Inlandsflüge in Deutschland an.

Und schon tobt auf Twitter eine lustige Debatte. Die in der Bundesliga enteilten Bayern sind immer für ein wenig Hohn gut – daher steigen andere Vereine ein, die sich über die Dominanz– und vielleicht sogar Arroganz – des Hoeneß-Clubs ärgern. Hertha BSC Berlin etwa – deren Vereinsfarben bekanntlich ebenfalls blau-weiß sind. Und auch der FC Schalke 04, bekanntlich ebenfalls ein Leben lang blau-weiß, findet die Lackierung der Lufthansa-Flieger absolut in Ordnung, wie sie bekennen.

Nicht alle finden das allerdings lustig. Einige Anhänger der Bayern werfen der Lufthansa vor, schlechte Verlierer zu sein.

Doch das ist eher die Ausnahme. Weitere lustige Reaktionen lassen nicht auf sich warten. Nach den alten Schiri-Fangesängen wird da digital geträllert: „Hoeneß, wir wissen nicht, wo Dein Flieger steht ...“ Großartig ist das Foto von Arne Hess auf Twitter, der die Debatte mit Quietscheentchen nachstellt.

Nur einer beteiligt sich nicht an der Diskussion – der FC Bayern München selbst. Per Pressemitteilung dankt man der Lufthansa für die langjährige Zusammenarbeit. Der offizielle Twitter-Kanal der Bayern zeigt nur Filmchen vom Training oder Bilder der Pressekonferenz von Trainer Jupp Heynckes. Ob das nun Arroganz oder Souveränität ist – darüber kann weiter diskutiert werden, offline und online.

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