Zündler im VfB-Fanblock in Kiel. Foto: Baumann

Pyro-Zündler werfen in Kiel ein schlechtes Licht auf den VfB. Der Reiz des Verbotenen ist in kleinen Stadien größer als in Bundesliga-Arenen, weil Überwachungskameras fehlen.

Kiel - Es begann früh in der ersten und endete spät in der zweiten Halbzeit. Eins ums andere Mal erleuchtete der Block der VfB-Fans in Kiel in gleißendem Rot. Da konnte der Stadionsprecher noch so häufig und eindringlich beschwichtigen: Das Reservoir an Pyrotechnik schien unerschöpflich. Und weil der Einsatz der Brennstäbe gefährlich ist und ein schlechtes Licht auf den VfB wirft, war Sportvorstand Robin Dutt alles andere als erfreut. „Heute sind wir froh über unseren Sieg“, sagte er, „das andere Thema behandeln wir an anderer Stelle.“

Wenn Schiedsrichter Guido Winkmann seinen Bericht erstellt hat, muss der VfB wieder mal Stellung beziehen, es droht eine Geldstrafe. Dann wird sich auch der Fanausschuss aus Vertretern der VfB-Anhänger und des Vereins damit beschäftigen – vermutlich wieder mal ergebnislos. Vor allem in kleinen Stadien sind die Pyro-Fans kaum zu stoppen. Anders als in den Bundesliga-Arenen fehlen dort Überwachungskameras mit hoher Auflösung, die den einen oder anderen Zündler abschrecken: Wird er entlarvt, droht ein Stadionverbot. In Stadien wie in Kiel fühlt sich mancher Unverbesserliche herausgefordert, dem Reiz des Verbotenen nachzugeben – häufig als Bewährungsprobe innerhalb seiner Fangruppe. Gegenmittel? Den Ordnungsdienst erhöhen. Das scheitert letztlich am Preis für die Einsatzkosten.

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