Erfolge mit Pur feiert der 1961 in Großingersheim geborene Engler seit 1986, als die Band Bundesrocksieger wurde. Foto: dpa

Am Sonntag kommt Pur nach Stuttgart. Ist es peinlich, zuzugeben, dass man dafür Konzertkarten hat? Wir finden: Nein – Und haben zehn Gründe zusammengetragen, warum sich ein Besuch in der Schleyerhalle lohnt.

Stuttgart - Pur-Fans kennen das: wenn man erzählt, dass man sich Konzertkarten gekauft hat, wird man schief angesehen und im besten Fall nur als leicht verwirrt bezeichnet. Wir finden aber, es gibt gute Gründe, auf ein Pur-Konzert zu gehen, und haben zehn davon zusammengestellt. 

1. Grundsätzlich gilt: Ein bisschen Guilty Pleasure muss sein! Auf gut Deutsch: An Dingen irgendwie Gefallen zu finden, obwohl sie für andere Menschen in die Kategorien „geht gar nicht“ oder „peinlich“ gehören, gehört einfach dazu.

2. Es gibt doch kaum noch Geständnisse, mit denen man beim abgestumpften persönlichen Umfeld richtig Anstoß erregen kann – abgesehen von der Bekenntnis, Karten fürs Pur-Konzert zu haben und dafür auch noch richtiges Geld bezahlt zu haben. Man hat dann für die nächsten Stunden ein schönes Gesprächsthema.

3. Sätze, die in diesem Zusammenhang fallen, wie „Bis gerade eben fand ich Dich eigentlich ganz cool...“ oder „Jetzt kennt man Dich schon seit zehn Jahren – und jetzt kommst Du mit so etwas...“ stärken zudem den Charakter.

4. „Jeder, dem ich das sage, schüttelt den Kopf, weil sie es nicht nachvollziehen können“, hat auch Rapper Sido unlängst in einem Interview erzählt. Er finde jedoch, dass „Abenteuerland“ oder „Adler sollen fliegen“ ganz „großartige Songs“ seien. Also, wenn selbst Sido das sagt...

5. Es wird ein super lustiger Konzertabend werden. Gut, zugegeben: zwei, drei, acht Weißweinschorle müssen schon sein. Oder um es in Hartmut Englers Worten auszudrücken: „Hab’ mich wieder mal an Dir betrunken...“

6. Auf einem Konzert von Pur kann man übrigens ganz wunderbar Sozialstudien durchführen. Denn wie der Kollege von der „FAZ“ schreibt: „Wer den Erfolg von „Pur“ nicht begreift, versteht die meisten Menschen in diesem Land nicht.“

7. Pur selbst ist sowas von ironiefrei. Da sollten wenigstens ein paar Menschen im Publikum zugegen sein, die das Ganze mit einem Augenzwinkern sehen.

8. Haben wir es schon erwähnt? Ein bisschen Guilty Pleasure muss sein!

9. Man kann einen Pur-Abend auch als super Vorbereitung für die anstehende Après-Ski-Zeit verstehen – wenn man sich dort bereits ein bisschen aklimatisiert hat, dann ist der Schock auf der Skihütte später nicht mehr ganz so groß.

10. Super ist auch der Moment auf der Weihnachtsfeier – nachdem man erzählt hat, dass man aufs Pur-Konzert geht und dafür zwei Stunden lang verhöhnt worden ist –, und wenn man dann zu fortgeschrittener Stunde feststellt, dass die Kollegen bei „Lena“ oder „Hör’ gut zu“ doch ziemlich textsicher sind. Und eine Kollegin daraufhin zugibt, dass sie beim Pur-Hit „Wenn sie diesen Tango hört“ feuchte Augen bekommt und ein anderer Kollege am Ende sagt: „Wenn es noch eine Karte gäbe, würde ich mitkommen.“

Übrigens: Pur treten am Sonntag, 13. Dezember, in der Stuttgarter Schleyerhalle auf, nur, falls jetzt jemand Lust bekommen hat.

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