Sozialwohnungen werden in Stuttgart nach einem Punktesystem vergeben. Und das hat es in sich. Foto: Steinert

In Stuttgart gibt es viel mehr Berechtigte für sozial geförderte Wohnungen als Wohnraum zur Verfügung steht. Die Stadt behilft sich mit einem Punktesystem. Und das hat es in sich.

Stuttgart - Gut die Hälfte aller Mieterhaushalte kommt laut der aktuell gültigen Einkommensgrenzen für eine sozial geförderte Wohnung in Frage. Das sind viel mehr Haushalte als in der Stadt an entsprechenden Wohnungen zur Verfügung stehen.

Deshalb führt die Stadt eine Warteliste für Menschen, die dringend eine Sozialwohnung suchen. Mithilfe eines Punktesystems soll die Dringlichkeit der einzelnen Fälle vergleichbar gemacht werden. Bestimmte Lebensumstände bringen den Kandidaten eine bestimmte Punktzahl: lebensbedrohliche Wohnverhältnisse 40 Punkte, eine zu kleine Wohnung, in der jedem Bewohner weniger als 15 Quadratmeter zur Verfügung stehen, 20 Punkte; Alleinerziehende erhalten 15 Punkte. Ein weiterer Faktor ist die Wartezeit; im ersten Jahr erhält ein Suchender alle drei Monate einen Punkt.

Interaktives Tool

Nach Angaben der Verwaltung besteht ab einer Summe von 60 Punkten die reelle Chance auf den Einzug in eine städtische Sozialwohnung. Legt man das städtische Punktesystem und die Aussagen der Verwaltung zugrunde, könnte sich folgendes Szenario ergeben: Eine alleinerziehende Mutter, die deutsch spricht, seit einem Jahr auf der Vormerkdatei geführt wird und die in einer Wohnung lebt, in der die Gesundheit der Einwohner gefährdet ist, würde auf 54 Punkt kommen. Sie müsste sich noch weiter gedulden, bis sie realistischerweise auf eine Sozialwohnung hoffen kann.

Wir haben das städtische Punktesystem in ein interaktives Tool überführt. Damit können Sie fallweise durchspielen, ob realistische Aussichten auf eine Sozialwohnung bestehen:

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