Wie bei der Meisterfeier 2007 soll es wieder eine große Sause auf dem Schlossplatz geben. Foto: Steffen Honzera

Der Platz wächst und gedeiht. Derzeit entstehen die Gastrostände für das Public Viewing auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Gastronom Michael Wilhelmer verrät, was das Bier kostet.

Monaco? Berlin? Oder Stuttgart? Michael Wilhelmer hat für dieses Wochenende etliche Möglichkeiten, wo er sein könnte. Nicht zum Ausspannen natürlich, zum Arbeiten. Das Catering für die Formel 1 in Monte Carlo machen die Söhne, das Restaurant in Berlin die Angestellten, der Patron ist natürlich in der Heimatstadt beim Public Viewing auf dem Schlossplatz.

 

Wo stehen die Stände?

Rund um das DFB-Pokalfinale am Samstagabend zwischen dem VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld (20 Uhr) ist Wilhelmer für die Gastronomie verantwortlich. Die Kollegen von der EM wollte er ins Boot holen, vom guten Dutzend macht ein Quintett mit, etwa Ralph Benda oder die Schräglage, Partner des VfB Stuttgart. 29 Verpflegungsstationen gibt es. Nicht so groß und tief gebaut wie bei der EM, „da wir ja nur für zwei Tage aufbauen und so mehr Menschen auf den Platz bekommen“, sagt Wilhelmer. Im Prinzip stehen sie aber ähnlich. Links und rechts entlang des Platzes, um die Jubiläumssäule herum, und vorne im Ehrenhof.

Auf dem Schlossplatz wird derzeit aufgebaut. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Der halbe Liter Bier kostet 6,50 Euro, für den Liter zahlt man 12,50 Euro. Hofbräu wird ausgeschenkt. Klar, als Partner des VfB, der ja das Public Viewing veranstaltet. Kosten lässt sich der Verein das rund 900 000 Euro, von denen die Stadt 275 000 Euro trägt. Überhaupt, das liebe Geld. Für die Gastronomen ist die Kalkulation eine schwierige. Gewinnt der VfB, wird dann am Sonntag die Mannschaft auf dem Schlossplatz empfangen, könnte sich das Geschäft als gutes erweisen. „Das ist schon eine kostspielige Sache, vor allem so kurzfristig“, sagt Wilhelmer, „den Sonntag brauchen wir!“

Wer trägt das Risiko?

Sollte der VfB hingegen verlieren, sich der Platz dann am Samstag um 22 Uhr fluchtartig leeren ohne Siegesbier zum Abschluss, und am Sonntag nichts stattfinden, werden sie wohl drauf legen. Unternehmerisches Risiko zu tragen und Vertrauen in die Stärke der Mannschaft zu haben, gehören dazu. Aber nicht nur die Wirte werden deshalb dem VfB ganz besonders intensiv die Daumen drücken, auch die 400 Mitarbeiter. Die werden erst am Samstag um 22 Uhr wissen, ob sie am Sonntag wieder zum Arbeiten und Geld verdienen kommen dürfen. Wilhelmer: „Wir hatten keine Probleme, Mitarbeiter zu finden. Das ist ja etwas Besonderes und für die allermeisten eine Herzenssache, dabei sein zu können.“

Wo bekommt man Geld her?

Und damit sie auch fleißig beschäftigt sind, hat man noch eine Lehre aus der EM gezogen. Wenn zu viele Leute auf dem Platz sind und mobile Daten nutzen, stockt das Netz. Was bedeutet hat, Zahlen per Karte oder Telefon war nicht möglich. Deshalb werden sechs Geldautomaten auf dem Schlossplatz aufgestellt. Damit alle jederzeit flüssig sind. In jeder Beziehung.